Italien nimmt Milliarden am Kapitalmarkt auf

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Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi (r.).

Rom - Der Sparkurs der Regierung in Rom und der Kauf italienischer Anleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) haben für mehr Vertrauen in italienische Staatsanleihen und damit für bare Münze gesorgt.

Bei einer Reihe von Auktionen konnte sich das hochverschuldete Eurozonen-Land am Dienstag zu günstigeren Konditionen frisches Geld am Finanzmarkt besorgen. Mit drei Auktionen von Anleihen mit unterschiedlicher Laufzeit sammelte der italienische Staat am Kapitalmarkt insgesamt 7,735 Milliarden Euro ein, teilte die nationalen Schuldenagentur mit. Das Ergebnis lag damit am oberen Ende der angepeilten Spanne von 6,0 bis 8,0 Milliarden Euro.

Bei der Versteigerung der richtungsweisenden Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren fiel die Rendite im Vergleich zu einer vorangegangenen Auktion von 5,77 Prozent auf 5,22 Prozent. Die EZB hatte mit ihren Stützungskäufen italienischer Staatsanleihen den Boden für niedrigere Renditen bereitet.

Bei den Auktionen war das Angebot aber laut der nationalen Schuldenagentur etwas geringer überzeichnet als bei vorangegangenen Versteigerungen von italienischen Staatsanleihen. Die Nachfrage nach italienischen Staatsanleihen war aber wie bereits in vorangegangenen Auktionen robust, wie aus Zahlen der nationalen Schuldenagentur hervorgeht. Auch das Durcheinander beim Sparpaket von Regierungschef Silvio Berlusconi, der nach heftigen Protesten auf eine neue Steuer für Besserverdienende verzichtete, hatte keinen größeren Einfluss, da sich am Umfang des Sparpakets nichts ändert.

Wirtschaftskrise: Diese Banken hat es am meisten getroffen

“Die Investoren trauen sich wieder bei den Auktionen in Italien mitzumachen“, kommentierte der Anleihenexperte Cyrus de la Rubia von der HSH Nordbank die Versteigerungen. Es sind vor allem die Italiener selbst, die Vertrauen in das eigene Land haben und daher auch bei den Staatsanleihen des Landes zugreifen. Cyrus de la Rubia bezifferte den Anteil an Italienern unter den Investoren auf über 50 Prozent.

Außerdem sprechen wichtige Wirtschaftsdaten gegen einen übertriebenen Pessimismus mit Blick auf die künftige Entwicklung in Italien, sagte der Experte. So sei die Verschuldung der Privathaushalte in Italien vergleichsweise niedrig und auf alle Fälle deutlich geringer als beispielsweise in den USA, der stärksten Volkswirtschaft der Welt. An den Märkten herrscht laut de la Rubia außerdem die Zuversicht, dass die EZB bei fallenden Kursen italienischer Staatsanleihen erneut mit Käufen der festverzinslichen Papiere reagieren wird, um so die Renditen unter Kontrolle zu halten.

dpa

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