Italiens Prognosen sind düster

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Rom - Das hoch verschuldete Italien hat seine Wachstumsprognosen für die kommenden Jahre drastisch gesenkt. Zusätzliche Belastungen durch die Sparpakete von rund 100 Milliarden Euro wirken sich hemmend aus.

Wie die konservative Regierung von Silvio Berlusconi am Donnerstag in Rom mitteilte, liegt das geschätzte Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das laufende Jahr bei 0,7 Prozent im Vergleich zu den vorher angenommenen 1,1 Prozent. Im kommenden Jahr soll das BIP-Wachstum weiter sinken auf 0,6 gegenüber vorher geschätzten 1,3 Prozent und für 2013 korrigierte Rom seine Wachstumsprognose auf 0,9 anstatt 1,5 Prozent.

“Beim Konsum der Familien wird eine Verlangsamung erwartet“, hieß es in der Mitteilung des Wirtschaftsministeriums. Dabei dürften die schlechten Aussichten auf dem Arbeitsmarkt eine Rolle spielen. In Italien liegt die Arbeitslosenquote bei etwa 8,6 Prozent, bei einer dramatischen Jugendarbeitslosigkeit: 28,6 Prozent der 15- bis 24-Jährigen waren im März 2011 arbeitslos. Mehr als 40 Prozent der unter 25-Jährigen suchen schon länger als ein Jahr eine Beschäftigung. Wachstumsbremsend kommen zusätzliche Steuerbelastungen hinzu, die in den beiden Sparpaketen von rund 100 Milliarden enthalten sind, die die Regierung in den vergangenen Monaten verabschiedete.

Das Land hat nach Griechenland den höchsten Schuldenstand der Eurozone gemessen an der Wirtschaftsleistung. Am Montag hatte die Rating-Agentur Standard & Poor's Italiens Kreditwürdigkeit von “A+“ auf A heruntergestuft. Am Mittwoch wurden sieben italienische Banken herabgestuft.

dpa

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