Jennings hört zum Jahresende auf

Berggruen muss neuen Karstadt-Chef suchen

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Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen spricht vor der Karstadt-Hauptverwaltung in Essen mit Medienvertretern.

Berlin - Mitten im Tarifkonflikt wurde bekannt, dass Karstadt-Vorstandschef Andrew Jennings nur noch bis Jahresende auf seinem Posten bleibt. Die Sanierungsarbeit ist aber noch nicht beendet.

Nach nur zweieinhalb Jahren muss Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen für seinen Warenhauskonzern einen neuen Chef suchen. Andrew Jennings, den er Anfang 2011 an die Spitze berufen hatte, wird zum Jahresende abtreten, wie das Unternehmen am Sonntag bestätigte. Der Brite sollte die Warenhauskette nach der Übernahme durch Berggruen im Herbst 2010 wieder auf Vordermann bringen.

Jennings werde bei Karstadt involviert bleiben und bei der Nachfolgersuche helfen, hieß es vom Unternehmen. Berggruen hatte den international erfahrenen Handelsmanager 2011 als Sanierer nach Essen geholt. Karstadt hatte mit 120 Waren- und Sporthäusern im Sommer 2009 zusammen mit der Mutter Arcandor Insolvenz anmelden müssen. Ende September 2010 war das Verfahren aufgehoben worden.

Karstadt weist Differenzen zwischen Berggruen und Jennings zurück

Das Unternehmen wies die Darstellung der „Bild am Sonntag“ zurück, wonach der Grund für den Abgang Jennings Differenzen über die Strategie zur Rettung der Warenhauskette seien. „Berggruen und das Management befinden sich über die Fortsetzung der Karstadt-Strategie in Harmonie miteinander“, hieß es in der Mitteilung.

Zuletzt hatte es bei Karstadt heftigen Streit zwischen den Arbeitnehmervertretern und der Karstadt-Führung über eine geforderte „Tarifpause“ für die Beschäftigten gegeben. Karstadt-Eigentümer Berggruen hatte in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung vor wenigen Tagen eingeräumt, das Problem bei Karstadt unterschätzt zu haben.

Steuervorteile dank Charitable Trust auf den British Virgin Islands?

Wie die „BamS“ weiter berichtete, soll Karstadt über mehrere Zwischenfirmen einem Nicolas Berggruen Charitable Trust auf den British Virgin Islands gehören. Der Trust halte „die Aktienbeteiligungen der Berggruen Holdings und soll gemeinnützige Aktivitäten unterstützen“, zitiert die BamS dem Bericht zufolge aus einem Bericht der US-Börsenaufsicht SEC. Laut „BamS“ bleiben im Ausland erwirtschaftete Erträge auf der Insel steuerfrei. Ein Berggruen-Sprecher wollte den Bericht am Sonntag nicht kommentieren. Der „BamS“ sagte eine Sprecherin zum Verdacht der Steuervermeidung: „Alle Unternehmen zahlen dort Steuern, wo sie beheimatet sind. Nicolas Berggruen profitiert in keiner Weise vom Nicolas Berggruen Charitable Trust. Dieser wird das Vermögen noch zu Lebzeiten Nicolas Berggruens vollständig gemeinnützigen Zwecken spenden.“

dpa

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