Katar will EADS-Anteile von Daimler kaufen

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Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). 

Berlin - Das Emirat Katar will beim deutsch-französischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS einsteigen. Das bestätigten Regierungskreise am Sonntag.

Regierungsmitglieder des arabischen Wüstenstaates trafen sich vorvergangene Woche zu ersten Verhandlungen mit Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Zuvor hatte der “Spiegel“ über das Interesse Katars berichtet. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums sagte der dpa dazu, sie könne sich zu laufenden Gesprächen nicht äußern.

Daimler hält 15 Prozent der EADS-Anteile direkt und hat weitere 7,5 Prozent bei Banken geparkt. Das Ziel Katars ist laut dem Bericht die Übernahme des 7,5-Prozent-Anteils. Daimler hatte bereits vor Monaten angekündigt, dass es seine 22,5 Prozent an EADS möglichst bald verkaufen will. Zunächst fand sich jedoch kein Interessent.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte jedoch in der vergangenen Woche von Fortschritten bei der Suche nach einer EADS-Lösung gesprochen. Die Bundesregierung vertrat zuletzt die Haltung, dass für den Einstieg nur ein deutscher Investor infrage komme. Das Kanzleramt favorisierte in der Vergangenheit dem Vernehmen nach eine Lösung über die Staatsbank KfW. Zum Interesse Katars erfuhr die dpa in Regierungskreisen, der Einstieg eines Staatsfonds sei “industriepolitisch eher schwer vermittelbar“. Ein möglicher Einstieg müsse streng geprüft werden.

Rösler will laut “Spiegel“ dagegen lieber einen Finanzinvestor als die KfW beteiligen, gern auch aus dem Ausland. Weil EADS nicht nur Airbus-Flugzeuge, sondern auch Rüstungsgüter und Sicherheitstechnik herstellt, gelten für das Unternehmen besondere Regeln. Auch industriepolitisch ist der Konzern, der zuletzt 45,8 Milliarden Euro Jahresumsatz machte, von besonderer Bedeutung.

Bei der Macht im Konzern gibt es bislang sorgfältig ausbalancierte Machtverhältnisse zwischen Deutschland und Frankreich: Daimler vertritt derzeit genauso viele Stimmrechte wie der französische Staat (15 Prozent) und das französische Medienunternehmen Lagardère (7,5 Prozent) zusammen.

dpa

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