Klepper: Noch einige Asse im Ärmel

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Prominente Paddler: die Fußball-Nationalspieler Mats Hummels und Marcel Schmelzer im Aerius Expedition XXL, dem Familienkajak aus der Klepper-Reihe.

Rosenheim - Laut dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Henning Isbruch braucht man sich keine Sorgen um Klepper machen. Bald sei sogar eine Weltneuheit serienreif.

So manches Boot wird kleiner und handlicher, die Produktion größer und flexibler, und eine Weltneuheit soll bald serienreif sein. Sorgen um die Zukunft von Klepper seien grundlos. Nach Angaben von Dr. Henning Isbruch hat die Klepper Faltbootwerft AG noch einige Asse im Ärmel. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Rosenheimer Traditionsunternehmens hält die Sorge um die Klepper-Zukunft für grundlos.

Nicht in einem "existenzbedrohlichen Strudel"

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Umsatzflaute in der Mittelklasse; Aktionäre, die ihre Dividende einklagen; Einstellung der Produktion in Rosenheim; der Streit mit einem wichtigen Zulieferer - in der jüngsten Aktionärsversammlung gab es nicht nur gute Nachrichten. "Doch die Sorge, wir könnten in einen existenzbedrohlichen Strudel geraten, ist völlig unbegründet", stellte Isbruch jetzt im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen klar. Klepper habe das Jahr 2011 mit einem Plus von 300 000 Euro abgeschlossen, zuletzt seien jährlich rund 450 Faltkajaks verkauft worden (2011 waren es genau 439 Faltboote und Bootshäute), die Gesamtleistung liege seit Jahren stabil bei 1,5 Millionen Euro.

"Heuer haben wir zudem einen beachtlichen Auftrag im Bereich der Spezialeinheiten erhalten, die weltweit im Bereich Grenzsicherung und Terrorabwehr im Einsatz sind. Die Situation unseres Unternehmens ist also nicht schlecht", so Isbruch weiter.

Damit dies wegen der Konkurrenz im Privatkundenbereich, vor allem aus Russland, langfristig so bleibt, setze man auf strukturelle Änderungen. "Nur deshalb geben wir die Produktion der Smartline-Linie komplett ins günstigere Ausland ab, wo sie zudem mehr als verdoppelt wird", begründet der Aufsichtsrats-Chef die Maßnahme, die 19 Arbeitsplätze am Standort Rosenheim auf nahezu Null zu reduzieren. Doch Kernfunktionen wie Entwicklung, Design, Qualitätskontrolle, Marketing und Konfektionierung der Premiumklasse blieben in Rosenheim - "und damit weiter in der Hand von Klepper, wie bei anderen erfolgreichen Unternehmen auch. Wir werden also nicht zu einem ,reinen Handelsunternehmen', wie spekuliert wurde".

Backyak wird erst 2013 serienreif

Am Dienstag stellt Klepper auf einer Messe in Nürnberg den kleineren, leichteren und schnelleren Zweier vor, der mit einem Packmaß von nur einem Meter auch im Kofferraum eines Kleinwagens Platz hat. In das Boot setzt die Firma ebenso große Hoffnungen wie in den "Backyak", ein Multifunktions-Sportgerät, das mit vielen Vorschusslorbeeren bedacht, 2011 mit dem Querdenker-Award ausgezeichnet wurde. aber wohl erst 2013 serienreif sein wird. Der siebte Bootstyp, den Klepper auf den Markt bringt, ist ein Kajak, das man mit wenigen Handgriffen in einen Katamaran, eine Badeinsel oder einen Schlitten verwandeln kann.

ls/Oberbayerisches Volksblatt

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