Freude in Wolfsburg

Komplettübernahme von Scania durch VW perfekt

Wolfsburg - Dem Volkswagen-Konzern ist die lange anvisierte Komplettübernahme des schwedischen Lastwagenbauers Scania geglückt.

Der Pensionsfonds Alecta erklärte am Dienstag, er werde dem Autokonzern seine Anteile von 2,04 Prozent an Scania verkaufen. Ende April hatte VW mitgeteilt, bereits 88,25 Prozent an dem Lastwagenbauer zu besitzen. Mit der Entscheidung von Alecta wird nun die von VW erhoffte Überschreitung der Schwelle von 90 Prozent erreicht. VW teilte mit, es werde im Anschluss ein sogenannter Squeeze-out, also das Herausdrängen der verbliebenen Minderheitsaktionäre von Scania, eingeleitet.

"Wir freuen uns, dass die Aktionäre von Scania unser sehr attraktives Angebot im erforderlichen Umfang angenommen haben", erklärte Volkswagen in Wolfsburg. Nun könne der Konzern "den nächsten logischen und konsistenten Schritt" gehen, nämlich "die operative Integration" von Scania, der anderen Lkw-Tochter MAN und der Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen. VW-Chef Martin Winterkorn  betonte, die geglückte Komplettübernahme sei auch eine gute Nachricht für die Scania-Mitarbieter, da nun die mit den Gewerkschaften geschlossene "Vereinbarung zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten in Schweden" schnell umgesetzt werden könne.

Alecta  erklärte zu seiner Entscheidung, der Fonds habe "aus erneuten Diskussionen" mit Volkswagen geschlossen, dass es keine Verbesserung des Angebots geben werde. Der Fonds hatte den von VW vorgeschlagenen Preis von 200 Kronen (22,14 Euro) pro Aktie zunächst zurückgewiesen.

VW hatte am 21. Februar - damals im Besitz von 62,6 Prozent der Anteile am Kapital von Scania - insgesamt rund 6,7 Milliarden Euro für die Aktien geboten. Die Anteilseigner sollten sich bis zum 25. April entscheiden. Die Scania-Führung empfahl den Aktionären, das VW-Angebot nicht anzunehmen.

Bis zum 25. April kam VW auf 88,25 Prozent der Anteile. Die Offerte wurde daraufhin bis zum 16. Mai verlängert.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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