Schwache Auftragslage

Kurzarbeit für mehr als 4000 Metaller in Bayern

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Die Metall- und Elektroindustrie in Bayern beschäftigt mehr als 700 000 Menschen.

München - Mehr als 4000 Beschäftigte der bayerischen Metall- und Elektroindustrie sind wegen einer schwachen Auftragslage von Kurzarbeit betroffen. Im kommenden Jahr könnte sich die Lage noch verschärfen.

In der bayerischen Metall- und Elektroindustrie drosseln die ersten Firmen wegen einer schwachen Auftragslage ihre Produktion. Für mehr als 4000 Beschäftigte in Bayern sei bereits Kurzarbeit angemeldet worden, sagte der bayerische IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler in München. Im kommenden Jahr könne sich diese Zahl noch erhöhen. „Wir werden die Kurzarbeit an der einen oder anderen Stelle noch brauchen.“ Die Metall- und Elektroindustrie in Bayern beschäftigt mehr als 700 000 Menschen.

Der Branchenriese MAN prüft wegen der schwachen europäischen Lastwagen-Märkte für das kommende Jahr Kurzarbeit. Der Autozulieferer Bosch führte im September zeitweise Kurzarbeit in seinem Werk in Bamberg ein. Aber auch andere Branchen sind betroffen: Der Chemiekonzern Wacker meldete für sein Werk im oberbayerischen Burghausen Kurzarbeit an. Betroffen davon sind 650 bis 700 der 1800 Mitarbeiter.

Kurzarbeitergeld soll wieder verlängert werden

Mit den Krisenjahren 2008/09 ist die Lage nach Worten von Wechsler zwar nicht vergleichbar. „Insgesamt ist es noch nicht dramatisch.“ Dennoch müssten schon jetzt Vorbereitungen für eine weitere Verschlechterung der Auftragslage getroffen werden. Wechsler sprach sich dafür aus, das Kurzarbeitergeld wie in den Krisenjahren auf zwei Jahre zu verlängern. „Diese Regelung hat dazu geführt, dass wir keine Massenentlassungen hatten.“ Bislang könnten sich die Betriebe auch noch mit anderen Instrumenten wie Arbeitszeitkonten behelfen. Wenn diese vollständig heruntergefahren seien, sei Kurzarbeit ein guter Weg durch die Flaute.

In der Wirtschaftskrise nach 2008 war die Höchstbezugsdauer für Kurzarbeitergeld heraufgesetzt und waren die Unternehmen von fortlaufenden Sozialabgaben befreit worden. Inzwischen gelten nun wieder die strengeren Vorschriften aus der Zeit vor der Krise mit einer Höchstdauer von sechs Monaten. Die IG Metall verlangt von der Bundesregierung schon wegen der Vorlaufzeit von etwa drei Monaten die sofortige Wiedereinsetzung der Krisenregeln.

dpa

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