Lagarde fordert "politische Klarheit" in Italien

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
IWF-Chefin Christine Lagarde fordert von Italien "politische Klarheit".

Peking - IWF-Chefin Lagarde erhöht den Druck auf Berlusconi: Die politische Krise in Rom verschärfe die Turbulenzen an den Aktienmärkten. Es müsse endlich reiner Tisch gemacht werden.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat “politische Klarheit“ in Italien gefordert. Die Ungewissheit in der Regierungskrise um Ministerpräsident Silvio Berlusconi trage besonders zur Sprunghaftigkeit der Finanzmärkte bei, sagte Lagarde am Donnerstag bei ihrem ersten Besuch als IWF-Chefin in China. Der IWF sei zur Hilfe bereit. “Wir sind bereit, die Rolle zu spielen, die unsere Mitglieder von uns erwarten“, sagte Lagarde vor Journalisten in Peking. Der Fonds stehe all seinen Mitgliedern zur Verfügung.

“Politische Klarheit ist das, was wir brauchen“, sagte Lagarde. Es sei in Italien genauso notwendig wie in Griechenland. Niemand wisse, wer als politischer Führer aus der Krise in Rom hervortreten werde, sagte Lagarde. Aus ihrer Sicht fördere politische Klarheit die Stabilität, was im Interesse des Währungsfonds sei. Von ihren Gesprächen in Peking berichtete Lagarde, China sei “ziemlich besorgt“ über die Schuldenkrise in Europa.

Schuldenkrise im Euroland: So fing alles an

Euro-Schuldenkrise - Eine Chronologie

Nachdrücklich setzte sich die IWF-Chefin für eine bessere internationale Kooperation bei der Bewältigung der Finanzkrise ein. “Die Schwellenländer müssen eine Rolle spielen.“ Auf ihrem Programm in Peking stand auch ein Treffen mit Regierungschef Wen Jiabao. Lagarde hat ferner Zentralbankchef Zhou Xiaochuan und den für Wirtschaftspolitik zuständigen Vizepremier Wang Qishan gesprochen. Die IWF-Chefin lobte die “tiefgehenden Diskussionen“ in Peking.

Auf Fragen nach einer möglichen chinesischen Beteiligung an dem erweiterten europäischen Rettungsschirm (EFSF) für den Euro äußerte sich Lagarde nur ausweichend. Als eines der drei wichtigsten Mitgliedsländer im IWF sei Chinas “Rolle und Stimme größer und lauter“ geworden. “Es liegt an jedem Mitglied, was es mit seinem Geld machen will.“ Wenn es in den IWF investiert werde, könne es auch für Unterstützungsprogramme benutzt werden. Wolle ein Land seinen Beitrag erhöhen, werde der IWF das sicherlich begrüßen.

Die chinesische Wirtschaft ist aus ihrer Sicht grundsätzlich auf dem richtigen Weg. Doch sei ihre Botschaft gewesen, dass Chinas Wirtschaft noch stärker vom heimischen Verbrauch angetrieben werden könne, sagte Lagarde. Zu den Forderungen nach einer schnelleren Aufwertung der chinesisch Währung sagte die IWF-Chefin, nach ihrem Verständnis werde China den Wert des Yuan in den kommenden Monaten und Jahren weiter steigen lassen. Besonders aus Sicht der USA ist der Yuan deutlich unterbewertet, um chinesische Exporte zu verbilligen.

dpa

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser