Arbeitslosenzahlen in der Region

Jahreseinstieg mit winterlicher Quote

Landkreis - Die Agentur für Arbeit in den Bereichen Traunstein, Altötting, Mühldorf und Berchtesgadener Land hat die aktuellen Arbeitslosenzahlen vorgelegt:

Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Traunstein betrug im Januar 4,4 Prozent, eine Steigerung gegenüber Dezember um 0,9 Prozentpunkte. 2 341 Menschen mehr als im Vormonat und 41 mehr als im Vorjahresmonat sind arbeitslos. Insgesamt sind in den vier Landkreisen 11.607 Menschen auf Arbeitssuche. Die Arbeitslosenquoten in den einzelnen Landkreisen: Traunstein 3,8 Prozent; Altötting 4,2 Prozent, Berchtesgadener Land 5,8 Prozent und Mühldorf 4,5 Prozent. Die 11.607 Menschen sind nach Rechtskreisen wie folgt verteilt: 6 758 Arbeitslose sind Kunden der Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III), das sind 2 151 mehr als im Dezember, ein Anstieg um 46,7 Prozent. Im Rechtskreis SGB II, den die Jobcenter umsetzen, sind es 4 849 Kunden, 190 Menschen oder 4,1 Prozent mehr als im Dezember. "Dieser unterschiedliche Anstieg ist in der Winterarbeitslosigkeit der Außenberufler begründet, von denen die meisten eine Wiedereinstellungszusage für das Frühjahr haben",  erläutert Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein, "mit saisonalen Schwankungen müssen wir jedes Jahr umgehen. Natürlich beraten wir auch Wiedereinsteller, die sich umorientieren oder weiterbilden möchten, oder deren Arbeitgeber noch keine Wiedereinstellung ausgesprochen haben." 1 134 Arbeitslose sind jünger als 25 Jahre darunter 208 unter 20 Jahre. Die Arbeitslosenquote der Jüngeren liegt unter dem Gesamtwert bei 3,4 Prozent (Vorjahr 3,5 Prozent). 4 168 arbeitslose Menschen sind älter als 50, darunter 2 598 älter als 55 Jahre. Diese Altersgruppe bildet 35,9 Prozent der Gesamtheit. Im Dezember waren es 755 und im Januar des Vorjahres 78 Menschen weniger in dieser Gruppe. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist mit 2 511 um 117 gestiegen, im Vorjahresvergleich um 20 Menschen. 2 545 Abmeldungen und 4 893 Arbeitslosmeldungen im Berichtsmonat machen die Bewegung auf dem Arbeitsmarkt deutlich. "Eine genaue Betrachtung der Neumeldungen zeigt uns, dass sich 3 571 Menschen direkt aus Erwerbstätigkeit in unseren Agenturen gemeldet haben", erläutert Müller, "das sind knapp 73 Prozent. Für uns heißt diese Zahl auch, dass sich der überwiegende Anteil dieser Kunden innerhalb der nächsten drei Monate, sobald die Witterung es zulässt, wieder abmelden wird."

Der Stellenbestand ist mit insgesamt 2 665 Angeboten nur moderat um 35 zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 527 Stellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Januar 771 neue Stellen, das waren 171 mehr als vor einem Jahr.

Landkreis Traunstein

Im Landkreis Traunstein lag die Arbeitslosenquote im Januar bei 3,8 Prozent. Das ist ein Anstieg gegenüber Dezember um 691 Menschen oder 0,8 Prozentpunkte und um 28 und einem Gleichstand der Quote verglichen mit dem Vorjahresmonat. 3 469 Menschen, darunter 63,7 Prozent Männer und 36,3 Prozent Frauen sind gemeldet. Darunter sind 348 jünger als 25 Jahre, ein Anstieg um 79 im Vergleich zu Dezember und ein Zuwachs um 8 im Vorjahresvergleich. Die isolierte Arbeitslosenquote bei den Jüngeren beträgt, genauso wie im Vorjahr 3,0 Prozent. 1 573 Neumeldungen wurden registriert. Das sind 766 mehr als im Dezember und entspricht einem Anstieg um 94,9 Prozent. Im Vorjahr waren es 79 weniger. "Bei der Analyse der Zugänge nach Berufen zeigt sich, dass allein aus den Bauberufen 398 Arbeitslosmeldungen vorliegen und bei den Verkehrs- und Logistikberufen, zu denen auch das Führen von Baufahrzeugen gehört, sind es 244", erläutert Müller, "vereinzelt haben Arbeitgeber ihre Mitarbeiter noch für kleinere Innenaufträge behalten", so Müller. Die Zugangszahlen unterscheiden sich nach den Rechtskreisen stark. Von insgesamt 1 573 Neumeldungen Im Januar gehörten 1 341 Menschen zu der Agentur (SGB III) und 232 Menschen zum Jobcenter (SGB II). Den Neumeldungen stehen 881 Abmeldungen gegenüber, das sind 187 mehr als im Dezember. Hiervon gingen 473 Menschen wieder in Erwerbstätigkeit, 63 Menschen in Ausbildung und/oder Qualifizierung und 279 in Nichterwerbstätigkeit (Rente, Erziehungszeit etc.). Der Stellenbestand ist mit 940 um 34 Angebote höher als zum Jahresende. Im Vorjahresvergleich gibt es 228 Angebote mehr. Die Hauptbereiche sind das Gastgewerbe mit 134 Angeboten und die Gesundheits- und Sozialberufe mit 113 aktuellen Stellen.

Landkreis Altötting

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Altötting betrug im Januar 4,2 Prozent, das ist ein Anstieg gegenüber Dezember um 0,8 und ein Rückgang um 0,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahresmonat. 2 528 Menschen waren im Januar arbeitslos gemeldet, 464 mehr als im Dezember und 38 weniger als im Vergleichsmonat 2015. Darunter sind 249 Jüngere unter 25 Jahren, das sind 57 mehr als im Vormonat und 9 mehr als im Januar des Vorjahres. 953 Ältere über 50 Jahre, 171 mehr als im Dezember bilden 37,7 Prozent des Bestandes. Darunter sind 608 älter als 55 Jahre.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen beträgt 569, das sind 22 mehr als im Dezember und 16 weniger als im Vergleichsmonat 2015. 197 Menschen mit Schwerbehinderung sind gemeldet, 19 mehr als im Dezember und 78 mehr als im Vorjahresmonat. "Wir appellieren täglich an Arbeitgeber, sich den zweiten Blick zu erlauben und einen schwerbehinderten Menschen nach seiner Qualifikation und nicht nach vermeintlichen Einschränkungen zu beurteilen", so Müller. 502 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, dem stehen 967 Neumeldungen gegenüber. Hiervon kamen 654 Menschen aus Erwerbstätigkeit, allein 196 aus den Bauberufen. "Auch im Landkreis Altötting unterscheiden sich die Zugangszahlen nach den Rechtskreisen", analysiert Müller "der Anstieg bei den Neumeldungen liegt bei der Agentur bei 74,9 Prozent und im Jobcenter bei 17,0 Prozent". 484 Stellen sind im aktuellen Bestand, 9 mehr als im Vormonat und 67 mehr als im Januar des Vorjahres. Das entspricht einem Anstieg um 16,1 Prozent. 169 Angebote wurden neu aufgenommen. 32 Prozent, das sind 155 Angebote, kommen aus den Fertigungsberufen. Fachkräfte mit Berufen im Gesundheits- und Sozialwesen haben bei 77 offenen Stellen gute Chancen.

Landkreis Berchtesgadener Land

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Berchtesgadener Land beträgt im Januar 5,8 Prozent. ein Anstieg zum Vorjahresmonat um 0,1 Prozentpunkte, das sind 90 Menschen mehr. 2 886 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das sind 654 bzw. knapp 30 Prozent mehr als im Dezember. Unter den derzeit 2 886 arbeitslosen Menschen sind 282 (Vorjahr 280) jüngere unter 25 Jahren; davon sind 46 unter 20 Jahre alt, 13 mehr als im Dezember und einer weniger als im Vorjahresmonat. 1 144 Neumeldungen und 530 Abmeldungen waren im Rechtskreis SGB III (Agentur) zu verzeichnen, 189 Zugänge und 145 Abmeldungen registrierte der Rechtskreis SGB II (Jobcenter). Für die Geschäftsstelle in Bad Reichenhall bedeutete dies einen Zuwachs von 92,6 Prozent im Vormonatsvergleich bei der Anzahl der Kunden. Bei den insgesamt 675 Abmeldungen konnten 390 eine Erwerbstätigkeit angeben, 70 begannen eine Ausbildung, 187 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit (Rente, Erziehungszeit) ab und 28 Kunden machten hierzu keine Angabe oder gaben sonstige Gründe an. "213 Menschen mit Schwerbehinderung sind im Landkreis, deren Anzahl wächst langsam aber stetig",  resümiert Müller, "es ist Aufgabe für alle Beteiligten, das Schlagwort Inklusion auch mit Leben zu füllen. Es beginnt mit Engagement, unterstützt durch Förderung und Beratung und führt in sehr vielen Fällen zu einer Bereicherung des Teams", appelliert Müller abschließend. Der Stellenbestand umfasst 563 Angebote, das sind 21 mehr als im Dezember und 105 mehr als im Januar des Vorjahres. 176 Stellen wurden neu gemeldet. Die meisten Angebote sind weiterhin in den Gesundheitsberufen mit 72 Angeboten, Gastgewerbe mit 73 und derzeit 74 Angeboten aus dem Groß- und Einzelhandel. Die ersten Sommersaisonstellen wurden dem Arbeitgeberservice bereits mitgeteilt.

Landkreis Mühldorf

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf beträgt im Januar 4,5 Prozent. Das sind 2 724 Menschen, 532 mehr als im Dezember. Im Vorjahresvergleich zeigt sich ein leichter Rückgang um 1,4 Prozent, 39 Menschen weniger sind aktuell von Arbeitslosigkeit betroffen. 255 jüngere unter 25 Jahren bilden 9,4 Prozent des Bestandes, im Dezember waren es 52 weniger. Der Vergleich mit Januar 2015 zeigt einen Rückgang in dieser Altersgruppe um 10. 899 Menschen sind älter als 50 Jahre, das sind 147 mehr als im Vormonat. In der Gruppe der über 55-jährigen sind es 79 Menschen mehr, die Januarzahl zeigt 568. "Die Langzeitarbeitslosigkeit ist für uns und 730 Menschen im Landkreis Mühldorf ein großes Thema", erläutert Müller, "positive Beispiele zeigen uns, dass viele kleine Schritte und Ausdauer zum Erfolg führen können. Motivation, Selbstvertrauen und Geduld sind wesentliche Kriterien, damit der Wiedereinstieg gelingt", ermuntert Müller. Bei den 1 020 registrierten Neumeldungen in der Geschäftsstelle Mühldorf kamen 654 Menschen aus Erwerbstätigkeit, 144 haben eine Ausbildung oder Qualifizierung beendet. Insgesamt wurden 68,3 Prozent mehr Neumeldungen registriert als im Vormonat, das sind 414. 487 Menschen konnten im Januar ihre Arbeitslosigkeit beenden. Darunter 263 Kunden der Agentur für Arbeit (SGB III) und 224 Kunden des Jobcenters (SGB II). Hiervon gingen insgesamt 147 in Erwerbstätigkeit. Der Arbeitgeberservice hat im Januar 147 neue Stellenangebote aufgenommen; das sind 73 weniger als im Vormonat und 4 mehr als im Vorjahresmonat. Der aktuelle Stellenbestand liegt bei 678 Angeboten, gegenüber 707 im Dezember. Produktion und Fertigung bieten 224 Stellen, Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit 141 und in den Gesundheitsberufen gibt es 126 aktuelle Angebote.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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