Arbeitslosenquote steigt um 0,7 Prozentpunkte auf 3,7 Prozent

Übliche „Winterpause“ auf dem Arbeitsmarkt

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Landkreis - Auch im Januar blieb der Wintereinbruch größtenteils aus. Stattdessen herrschen teils frühlingshafte Temperaturen. Dennoch stieg die Arbeitslosenquote weiter an.

„Im Januar ist die Zahl der Arbeitslosen und damit auch die Arbeitslosenquote wie erwartet angestiegen. Bereits im Dezember meldeten sich viele Erwerbstätige, insbesondere aus witterungsabhängigen Berufen, für die Zeit nach Weihnachten arbeitslos. Viele von ihnen hatten eine Wiedereinstellungszusage von ihrem bisherigen Arbeitgeber mit dabei. So hat sich die Zahl der Arbeitslosen von Dezember auf Januar relativ deutlich um über 21 Prozent von 8510 auf 10 320 erhöht“, so Dr. Nicole Cujai, Leiterin der Agentur für Arbeit Rosenheim. Cujai weiter: „Ein Anstieg, der zwar heuer etwas größer ausfiel als in den beiden vergangenen Jahren, der aber weiterhin am unteren Rand bleibt. Je nachdem, wie sich das Winterwetter weiter entwickelt, ist sicherlich im Februar, eventuell auch noch im März mit etwas höheren Arbeitslosenzahlen zu rechnen. Der Anstieg ist saisonalen Einflüssen geschuldet, wirtschaftliche Eintrübungen sind nicht erkennbar. Das heißt, sobald frühlingshafte Temperaturen einsetzen, können wir wieder mit sinkender Arbeitslosigkeit rechnen.“

Arbeitslosenquote steigt auf 3,7 Prozent

Die Arbeitslosenquote ist von 3,0 Prozent im Dezember auf jetzt 3,7 Prozent angestiegen, in den beiden Vorjahren betrug die Januarquote ebenfalls 3,7 Prozent. Ein Blick zehn Jahre zurück auf das Jahr 2005 (Sozialreform - Einführung des Sozialgesetzbuches II, bekannt als Hartz IV) verdeutlicht die momentan sehr gute Lage, denn in den Jahren 2005 und 2006 wurden Arbeitslosenquoten von 7,2 beziehungsweise 7,3 für den Monat Januar ausgewiesen. Im Januar ist die Arbeitslosenquote saisonal bedingt bei den Männern höher als bei den Frauen, da in den typischen Bau- und Außenberufen überwiegend Männer arbeiten. Deren Arbeitslosenquote hat sich von 3,1 Prozent im Dezember auf nunmehr 4,1 Prozent erhöht, bei den Frauen dagegen ist die Arbeitslosenquote nur um 0,3 Pro-zentpunkte auf 3,2 Prozent angestiegen.

Von den insgesamt 10 320 Arbeitslosen sind 960 unter 25 Jahre alt, 2330 gehören zur Altersgruppe der über 55-Jährigen und fast 2000 sind Langzeitarbeitslose. Dr. Cujai zur Langzeitarbeitslosigkeit: „In diesem Jahr werden wir immer wieder das Thema „Langzeitarbeitslosigkeit“ in den Fokus rücken, denn bis dato profitieren Männer und Frauen, die aus unterschiedlichsten Gründen ihre Arbeit verloren und seit einem Jahr und länger den beruflichen (Wieder-) Einstieg nicht geschafft haben, nicht in dem Maße vom guten Arbeitsmarkt wie andere. Wir müssen gemeinsam versuchen, Barrieren in den Köpfen abzubauen, in der Gesellschaft, bei Arbeitgebern, Personalverantwortlichen und der Belegschaft in den Betrieben. Dazu brauchen wir Firmen als Partner, die bei der Personalauswahl nicht ausschließlich betriebswirtschaftliche, sondern auch soziale Aspekte berücksichtigen. Unsere Vermittlungsfachkräfte werden verstärkt mit Einzelbewerbungsprofilen auf Sie zugehen und „Fall bezogen“ die unterschiedlichen Modalitäten einer Probebeschäftigung oder der Gewährung eines Eingliederungszuschusses, gekoppelt mit einer direkten Beschäftigungsaufnahme, besprechen.“

1010 Menschen haben sich in Arbeit abgemeldet

Vom 12. Dezember bis 14. Januar haben die Arbeitsvermittler/innen insgesamt 750 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen entgegengenommen. Sehr gute Beschäftigungschancen – 800 freie Arbeitsstellen – gibt es für Fachkräfte in der Berufssparte Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung. Darunter fallen Jobs in der Kunststoff- und Holzverarbeitung, im gesamten Metallbereich, im Maschinenbau, in der Kfz-Technik, in der Energie- und Elektrotechnik sowie in der gesamten Lebensmittelherstellung und -verarbeitung (auch als Koch oder Köchin). Außerdem gibt es gute Beschäftigungschancen im Handel und der Gastronomie-/Tourismusbranche (345 offene Stellen), darüber hinaus aber auch im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der Altenpflege (insgesamt 570 offene Stellen).

„Winterpause“ auf dem Arbeitsmarkt bedeutet nicht Stillstand, sondern Zugänge in und Abgänge aus der Arbeitslosigkeit finden trotzdem statt. Im Berichtszeitraum haben sich im Agenturbezirk 4000 Personen neu oder erneut arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat bedeutet dies einen Anstieg um 1140 Menschen. Die meisten von ihnen, nämlich 2890, waren vorher erwerbstätig und haben in den Branchen gearbeitet, die von der saisonalen Winterarbeitslosigkeit betroffen sind. Einige Entlassungen erfolgten auch im kaufmännischen Bereich mit Kündigungen zum Ende des Quartals (31.12.2014). Gleichzeitig haben sich 2180 Personen wieder aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet, davon 1010 in Arbeit.

Der Arbeitsmarkt In den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent. Derzeit sind 1925 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 187 auf 839. Für 1086 SGB II-Kunden, 64 mehr als im Dezember, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig.
  • Der Landkreis Rosenheim hat aktuell, gemeinsam mit dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, mit 3,3 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk. Hier sind 2 845 Männer und Frauen bei der Hauptagentur Rosenheim arbeitslos gemeldet, 732 mehr als im Vormonat. Darüber hinaus kümmert sich das Jobcenter Landkreis Rosenheim um 1572 erwerbslose SGB II-Kunden (124 mehr als im Dezember). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt demzufolge bei 4417.

Pressemitteilung Bundesagentur für Arbeit/Agentur für Arbeit Rosenheim

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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