EEG-Umlage: Diese regionalen Firmen sparen!

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Landkreis - Seit wenigen Tagen steht fest, welche Unternehmen in diesem Jahr einen Rabatt auf die EEG-Umlage erhalten. Ein Überblick für die Region:

Die Energiewende wird von allen Bürgern und allen Unternehmen in Deutschland finanziert. Mit einem Aufpreis von derzeit 6,24 Cent auf jede Kilowattstunde verbrauchten Stroms wird in Deutschland der Ausbau der erneuerbaren Energien gestemmt. Ausnahmen gibt es für Unternehmen mit besonders hohem Energieverbrauch, um sie im internationalen Wettbewerb nicht zu benachteiligen. Sie müssen bei der EEG-Umlage also nicht den regulären Satz zahlen.

Von den Ausnahmeregelungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) profitieren im Jahr 2014 insgesamt 26 Unternehmen und selbständige Unternehmensteile in Südostoberbayern. Viele davon sind in der Region des "Bayerischen Chemiedreiecks" ansässig, das durch die Landkreise Altötting, Mühldorf und Traunstein verläuft. Hier liegen die Unternehmen teils Tür an Tür.

Allerdings benötigt man nicht nur im Bereich der Chemie sehr viel Strom, wie ein Blick auf die Karte zeigt. Die Herstellung von Tierfutter in Bruckmühl oder auch die Förderung von Salz in Bad Reichenhall und Berchtesgaden bringen ebenfalls eine Ermäßigung bei der EEG-Umlage. Die Vielfalt der Wirtschaftszweige, die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz priviligiert werden, spiegelt sich auch in unserer Region wieder. Die chemische Industrie ist dabei trotzdem der Platzhirsch.

Ein Stromverbrauch wie ganz Regensburg

Welche enormen Mengen an Strom die Produktion dieser Branche benötigt, macht ein Beispiel deutlich. Die Wacker Chemie AG zieht für den Standort Burghausen einen einfachen Vergleich: Das Werk in Burghausen verbraucht im Jahr so viel Strom, wie eine Stadt von der Größe Regensburgs - also rund 2800 GWh pro Jahr.

Damit ist das Ende der Fahnenstange aber noch nicht erreicht. Peter-Alexander Wacker, Aufsichtsratsvorsitzender der Wacker AG, stellte Ende 2013 eine beeindruckende Zahl in den Raum. Die gesamte Wacker-Gruppe verbraucht mit ihren Standorten in der Bundesrepublik ganz alleine 0,7 Prozent des deutschen Strombedarfs. Das sei wiederum vergleichbar mit dem Verbrauch der Stadt München, sagte er im Interview des Fernsehsenders Phoenix. Angesichts dessen ist es kein Wunder, dass auch viele weitere Chemie-Standorte in der Region bei der EEG-Umlage sparen dürfen.

Wer viel verbraucht, zahlt weniger

Eine teilweise Befreiung von der EEG-Umlage ist nur möglich für Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bergbaus und des Schienenverkehrs. 2014 greift die Befreiung bei 2098 Unternehmensstandorten, 2013 waren es noch 1720.

Es gelten im Wesentlichen folgende Schwellenwerte: Unternehmen müssen nachweisen, dass sie mehr als 1 GWh Strom pro Jahr verbrauchen. Für die Strommenge über 1 GWh beträgt die EEG-Umlage nur noch 10 Prozent ihrer regulären Höhe. Für den Verbrauch zwischen 10 und 100 GWh ist es nur noch 1 Prozent. Für alles, was darüber hinausgeht, wird eine EEG-Umlage von nur noch 0,05 Cent berechnet.

Da die Ermäßigung auf die EEG-Umlage gegebenenfalls für selbständige Unternehmensteile gewährt wird, tauchen die Namen einzelner Unternehmen mitunter mehrfach unter den geförderten Standorten auf. So müssen beispielsweise die Standorte der AlzChemAG in Trostberg, Tacherting und Unterneukirchen jeweils eigenständig nachweisen, dass sie die Kriterien für die Begrenzung der EEG-Umlage erfüllen.

Die offizielle Liste aller Unternehmensstandorte, die bei der EEG-Umlage sparen, finden Sie online beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

Rubriklistenbild: © dpa

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