Warnstreiks bald auch in der Region?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Warnstreik von ver.di im Öffentlichen Dienst
  • schließen

Landkreis - Trotz Warnstreiks von ver.di Bayern im Öffentlichen Dienst soll es einen eingeschränkten Winterdienst geben. Im Ernstfall greift die Notdienstvereinbarung:

Lesen Sie auch:

Unterrichtsausfall an Schulen oder Einschränkungen beim Winterdienst auf den Straßen: auch Bürger in ganz Bayern müssen sich in den nächsten Wochen auch auf Warnstreiks im öffentlichen Dienst einstellen. Die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die rund 800 000 Angestellten der Länder endete ohne Ergebnis.

Los geht´s am Dienstag, 18. Februar, in Augsburg und Bayreuth. Damit sind zunächst nur die Bezirke Schwaben und das östliche Oberfranken betroffen. Doch auch in Rosenheim ist beispielsweise im Laufe der Woche mit Streiks bei den Autobahnstraßenmeistereien oder auch Finanzämtern zu rechnen, so der Bezirksgeschäftsführer von ver.di Rosenheim, Rainer Wessely.

Weitere betroffene Einrichtungen können neben den Straßenmeistereien, Finanzämtern und Schulen auch andere Behörden, Universitäten, Universitätskliniken und Staatstheater sein. Für Kliniken und Straßenmeistereien gelten aber besondere Vorkehrungen: „Wir werden natürlich unter keinen Umständen das Wohl von Patienten oder die Sicherheit von Verkehrsteilnehmern gefährden“, erklärte Norbert Flach, stv. Landesbezirksleiter.So werde man z.B. flexibel auf mögliche winterliche Straßenverhältnisse reagieren.

Die Gewerkschaft ver.di fordert eine Einkommenserhöhung von 6,5 % im Gesamtvolumen – unter stärkerer Berücksichtigung der unteren Entgeltgruppen. Das am Verhandlungstisch für die Bundesländer vereinbarte Ergebnis soll neben anderen Forderungen dann zeit- und inhaltsgleich auf die Beamten übertragen werden.

Autobahnmeisterei Rosenheim gibt sich gelassen

Manfred Sitzberger, Leiter der Autobahnmeisterei Rosenheim, die für den Winterdienst auf der A8 von Bernau bis München sowie auf der A93 vom Inntal-Dreieck bis zum Grenzübergang Kiefersfelden zuständig ist, sieht möglichen Streiks gelassen entgegen – auch wegen des relativ guten Wetters. Bis Mittwochmorgen soll es schneien, doch in den nächsten Tagen rechnet Sitzberger ohnehin noch nicht mit Streiks. "Das steht noch in den Sternen." Sollte der Ernstfall eintreten, würden der Autobahnmeisterei auf einen Schlag alle gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter, also rund die Hälfte der Belegschaft, vorübergehend nicht mehr zur Verfügung stehen.

"Es ist schwierig, aber ich glaube, dass es geht", so Sitzberger. Bei moderatem Schneefall würden Urlaubssperren und eine Änderung des Schichtplans - verbunden mit Überstunden - ausreichen, um die Straßen auch mit der Notbesetzung ausreichend zu räumen. Falls jedoch Mitarbeiter krank werden oder ungewöhnlich viel Schnee fällt, müsste sich die Autobahnmeisterei "mit anderen Meistereien zusammentun", wie Sitzberger erklärt. So seien etwa bei der Autobahnmeisterei Siegsdorf weniger Mitarbeiter gewerkschaftlich organisiert, sodass man dort Unterstützung anfordern könne.

Markus Götz, Leiter der Autobahnmeisterei Siegsdorf, verweist darauf, dass noch gar nicht feststehe, ob und in welchen Autobahnmeistereien gestreikt wird. Dass man sich gegenseitig aushelfe, sei hingegen selbstverständlich, unabhängig davon, ob gerade gestreikt werde oder nicht. Dementsprechend sieht sein Kollege Manfred Sitzberger den ordnungsgemäßen Winterdienst nicht gefährdet. "Dass bei uns Land unter ist, wird nicht der Fall sein", so Sitzberger.

"Der Winterdienst ist immer gewährleistet"

Auch bei der Straßenmeisterei Neuötting, die das A94-Teilstück, das durch die Landkreise Mühldorf und Altötting führt, betreut, ist man "relativ gelassen", wie Leiter Werner Blindauer sagt. Nur wenige Mitarbeiter in Neuötting sind in der Gewerkschaft organisiert, sodass im Falle eines Warnstreiks fast die gesamte Belegschaft weiterhin bei der Arbeit erscheint. Bis heute musste die Straßenmeisterei allerdings noch bei keinem Streik anderen Meistereien aushelfen.

Selbst bei starkem Schneefall sieht Blindauer den Winterdienst nicht ernsthaft in Gefahr, schließlich gebe es Notdienstvereinbarungen. Diese stellen sicher, dass auch an Streiktagen ein eingeschränkter Winterdienst möglich ist. "Der Winterdienst ist in allen Fällen immer gewährleistet", so Blindauer.

Die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land sind erst einmal noch nicht betroffen. Das sagte ein Sprecher von Ver.di. Er sagte allerdings auch, es gebe bereits Planungen für Warnstreiks in der zweiten Wochenhälfte. Das heißt also: am Donnerstag oder Freitag könnte auch in den Landkreisen Traunstein und im Berchtesgadener Land gestreikt werden. In Frage kommen könnten u.a. der Winterdienst oder Gerichte.

Katrin Marie Röber/Alexander Belyamna/Pressemitteilung ver.di Bayern

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser