Minijobs: Ist die Armut weiblich?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
  • schließen

Landkreise - Viele Frauen in der Region haben nur einen Minijob. Für die Gewerkschaften ist klar: Alleine eine Frau zu sein, kann arm machen.

"Die Armut ist weiblich", lautet das Fazit des Forschungsinstituts Pestel Hannover, das im Auftrag der Gewerkschaften Verdi und Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) Statistiken zu unterschiedlichen Beschäftigungsformen geschlechterspezifisch untersucht hat. Die Schlussfolgerung ist simpel: Frauen sind unter den Mini- und Teilzeitjobbern überproportional vertreten, verdienen also im Durchschnitt schon alleine deshalb weniger als Männer und haben später kleinere Renten.

Lesen Sie auch:

Dabei stützt sich das Forschungsinstitut auch auf Zahlen des Statistischen Bundesamts, wonach Frauen 2012 im Schnitt 22 Prozent weniger verdient haben als Männer. Darüber hinaus waren deutschlandweit nur 36,7 Prozent der Vollzeitstellen mit Frauen besetzt. Bei den Teilzeit und Minijobs hingegen überwog der Frauenanteil deutlich (71,4 Prozent). Bundesweit arbeiten immerhin fast 4,7 Millionen Frauen in Minijobs - eine Steigerung um 77,7 Prozent innerhalb von zehn Jahren. Mit Minijobs oft Mini-Stundenlöhne einher. Zwei von drei Minijobbern verdienen weniger als 8,50 Euro pro Stunde.

Ein Blick auf die Regionalstatistik offenbart: Auch in der Region Südostoberbayern sind Frauen in Vollzeitjobs unter- und in Teilzeit- sowie Minijobs überrepräsentiert. Die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen ist sogar oftmals noch größer als im Bundesdurchschnitt.

Viele weibliche Minijobber in ganz Südostoberbayern

Der Anteil der weiblichen Minijobber schwankt in den Landkreisen Traunstein, Altötting und Berchtesgadener Land sowie in Stadt und Landkreis Rosenheim zwischen 66 und 68 Prozent. Im Landkreis Mühldorf liegt dieser Wert lediglich ein wenig darunter. Relativ wenige weibliche Minijobber gibt es gemäß der Statistik hingegen in Ostdeutschland und in weiten Teilen Baden-Württembergs. Mit am höchsten ist der Frauenanteil in Minijobs in vielen Landkreisen in Niederbayern, Franken und der Oberpfalz.

Teilzeitjobs in Mühldorf: Über 88 Prozent Frauen

Bei den in Teilzeit beschäftigten Frauen liegt der Landkreis Mühldorf weit vorne. Er reiht sich in die Riege jener Landkreise mit einem Frauenanteil von mindestens 88 Prozent ein - der höchste in der Regionalstatistik ausgewiesene Wert. Auch in den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land sowie in Stadt und Landkreis Rosenheim sind viele Teilzeitjobber Frauen (86 bis 88 Prozent). Alleine im Landkreis Altötting bewegt sich der Wert mit unter 80 Prozent auf einem Niveau, wie man es bundesweit fast nur in Ballungsräumen, etwa um München, Berlin, Hamburg und Hannover vorfindet.

Altötting: Nur wenige Frauen in Vollzeit

Bei den vollzeitbeschäftigten Frauen hinkt in Südostoberbayern lediglich der Landkreis Altötting hinterher. Während in der Region sonst genauso viele oder gar mehr Frauen einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen als im Bundesdurchschnitt, sind in Altötting weniger als 30 Prozent der Vollzeitstellen mit Frauen besetzt. So niedrig ist der Wert deutschlandweit nur in ganz wenigen Landkreisen, etwa vereinzelt in Niederbayern, Franken, der Oberpfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser