Arbeitslosigkeit sinkt- Nachfrage an Lehrstellen aber ebenfalls!

Hat unsere Region ein Lehrstellen-Problem?

Rosenheim/Traunstein - Die Zahl der Arbeitslosen in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein sinkt. Ein Blick auf die Lehrstellen-Situation der Region trübt die Freude jedoch.

Die Agenturen für Arbeit in Rosenheim und Traunstein haben die Arbeitsmarktzahlen für März vorgestellt: Die Zahl der Arbeitslosen sinkt deutlich. Getrübt wird diese Stimmung dann aber durch einen Blick auf den regionalen Ausbildungsmarkt. 

Arbeitslosenquote sinkt

Die Agentur für Arbeit in Rosenheim kann für den vergangenen Monat einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um fast 800 Personen im Vergleich zum Vormonat vermelden. Waren im Februar noch rund 10.290 Menschen im Landkreis arbeitssuchend, sind es jetzt nur noch 9.510 Bürger.

Auch im Agenturbezirk Traunstein sank die Quote um 0,4 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent, das heißt: 10.632 Bürger sind der Arbeitslosigkeit entkommen.

Es ist eine positive Entwicklung, dass die Zahl der jungen Arbeitslosen um 7,9 Prozent gesunken  ist und 89 Jugendliche wieder eine Erwerbstätigkeit oder Ausbildung aufgenommen haben. Diese Besserung ist jedoch nur als Ausnahme zu sehen.

Fehlende Lehrlinge bereiten Unternehmen Kopfzerbrechen

Lehrstellen-Angebote in der Region:

* Rosenheim

* Chiemgau

* Berchtesgadener Land

* Mühldorf/Altötting

Denn mit den Arbeitsmarktzahlen für März zieht die Agentur für Arbeit Rosenheim auch eine Halbzeitbilanz auf dem regionalen Ausbildungsmarkt. Zu Beginn des Ausbildungsjahres wurden 2.810 Ausbildungsstellen gemeldet, davon sind immer noch 1.710 Plätze unbesetzt!

Den Unternehmen bereitet die Situation große Probleme. Weshlalb kehren so viele Jugendliche der klassischen Ausbildung in einem Betrieb, den Rücken?  Die Antwort ist laut Arbeitsagentur in den vielen Alternativen zu suchen.

Jakob Grau, stellvertretender Leiter der Rosenheimer Arbeitsagentur, nennt drei Gruppen von potenziellen Lehrlingen

- Die Jugendlichen, die zunächst eine weiterführende Schule besuchen möchten, um sich später zwischen einer Berufsausbildung oder einem Studium entscheiden zu können.

- Die Schulabgänger, die mit gutem Schulabschluss einer Mittel- oder Realschule weiterhin sehr gute Chancen in einer beruflichen Ausbildung sehen - sei es in einem Betrieb oder in einer Berufsfachschule.

- Benachteiligte Jugendliche, die trotz der guten Ausbildungssituation keine geeignete Lehrstelle finden und durch angebotene Stützkurse Hilfe finden können.

Das verrät der Blick auf die regionalen Betriebe

Was machen die regionalen Unternehmen dafür, um attraktiv auf potenzielle Lehrlinge zu wirken? Wie gestalten sie eine Ausbildung im eigenen Betrieb schmackhaft?

Das Rosenheimer Möbelhaus WEKO Wohnen hat erst kürzlich einen "Azubi-Preis" abgeräumt. Das liegt sicher auch an den attraktiven Bedingungen, die Lehrlinge dieses Betriebs vorfinden: So bekommt jeder Azubi einen Paten an die Hand, der während der Ausbildung mit Rat und Tat zur Seite steht. Und sollte es trotzdem mal schwierig werden, ist einmal in der Woche ein Psychologe zu anonymen Mitarbeitergesprächen vor Ort. Motivation dürfte bei allen Azubis vorhanden sein, schließlich kann man bei WEKO "Azubi des Monats" werden und das wäre ja wohl jeder mal gerne.

Die Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling vergibt rund 35 Lehrstellen im Jahr.  Durch Prüfungsvorbereitungskurse sind sie nicht nur in der Praxis, sondern auch in Prüfungen gut aufgestellt. Damit der Arbeitsalltag nicht zu trocken wird, bekommen die Lehrlinge zusätzlich die Möglichkeit, sich an Projekten der Sparkassenstiftungen Zukunft zu beteiligen. So können sie auch gleich noch was Gutes tun und Kindern, die aus benachteiligten Familien stammen, eine Freude bereiten.

Die Meggle AG mit Sitz in Wasserburg besticht nicht nur durch die vielen Freizeitmöglichkeiten in Nähe des Arbeitsortes. Auch das Unternehmen hat seinen Azubis einiges zu bieten: Zum Beispiel die Aktion "fit for job." Gemeinsam mit der Gesundheitsakademie Chiemgau werden so den Lehrlingen Teambuilding-Maßnahmen und Persönlichkeitstrainings ermöglicht.

Ob mit oder ohne weiterführende Schule, ob im industriellen, kaufmännischen oder kreativen Bereich: Die Region Rosenheim bietet jedem Schulabgänger Optionen für eine Ausbildung!

bp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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