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Lehman Brothers will als Lamco weitermachen

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Lehman Brothers macht unter dem Namen Lamco weiter.

New York - Anderthalb Jahre nach ihrem dramatischen Zusammenbruch hat die US-Investmentbank Lehman Brothers wieder eine Zukunft vor sich: als Vermögensverwalter unter neuem Namen.

Ein am späten Montag beim Insolvenzgericht in New York vorgelegter Restrukturierungsplan sieht die Gründung eines Unternehmens namens Lamco vor, Kurzform für Legacy Asset Management. Die neue Firma soll das verbliebene Geld für die Gläubiger mehren und hunderte Mitarbeiter in Lohn und Brot halten. Mit ihrem reichlichen Erfahrungsschatz sollen sich die Beschäftigten später auch um externe Problemfälle kümmern. Gedacht wird dabei etwa an gestrauchelte Hedgefonds oder andere Pleitebanken.

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Von denen gibt es gerade in den USA eine Menge. Seit Jahresbeginn sind bereits 30 kleinere Institute umgekippt, im vergangenen Jahr waren es 140 gewesen. Lehman Brothers selbst war im September 2008 in die Pleite geschlittert und hatte damit für eine Schockwelle an den Finanzmärkten gesorgt. Noch immer warten die meisten der 65.000 Gläubiger auf Ihr Geld. Sie haben Ansprüche über rund 830 Milliarden Dollar angemeldet.

Ansprüche sind umstritten

Auch nach Vorlage des Sanierungsplans ist unklar, wer welchen Anteil aus dem Topf bekommt. “Es kann noch viele Jahre dauern“, sagte Lehman-President John Suckow der “Financial Times“. Etliche der Ansprüche sind umstritten, einige liegen doppelt vor. Langwierige juristische Auseinandersetzungen dürften die Folge sein. Bekanntester Gläubiger in Deutschland ist die staatseigene Förderbank KfW, die der US-Investmentbank noch am Tage der Insolvenz 320 Millionen Euro überwiesen hatte. Lamco soll ungeachtet der Streitigkeiten schon am 1. Mai die Arbeit aufnehmen.

Nach Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg soll die neue Firma im ersten Schritt Vermögenswerte aus dem Lehman-Topf über rund 30 Milliarden Dollar verwalten, darunter Immobilien, Beteiligungen, Hypotheken und Firmenkredite. Rund 500 Mitarbeiter, die derzeit noch die Investmentbank abwickeln, sollen in das neue Unternehmen rüberwechseln. Der Insolvenzrichter muss dem kompletten Plan, der bislang nur in groben Zügen vorliegt, noch zustimmen.

Aufarbeitung ist komplex

Die Aufarbeitung der Akte Lehman Brothers erweist sich als überaus komplex. Mit der US-Mutter waren auch Dutzende internationale Tochtergesellschaften in die Insolvenz gerissen worden. Die britische Barclays Bank übernahm für einen Schnäppchenpreis das nordamerikanische Kerngeschäft, die japanische Nomura sicherte sich große Teile des Europa- und Asiengeschäfts. Ende vergangener Woche hatte ein Sonderermittler einen 2200 Seiten starken Bericht über die Umstände vorgelegt, die zum Zusammenbruch führten.

Dabei kam heraus, dass die US-Investmentbank bereits Monate vor der Pleite auf wackeligen Beinen stand und ihre Lage durch Bilanztricks kaschierte. Neben der Bankführung geriet auch der Buchprüfer Ernst & Young in ein schlechtes Licht. Die Pleite von Lehman Brothers gilt als Höhepunkt der Finanzkrise. Ab diesem Zeitpunkt verloren die Banken jegliches Vertrauen untereinander, der Geldfluss versiegte. Eine Kettenreaktion in der Finanzwelt setzte ein. Nur das massive Eingreifen der Regierungen hielt die Märkte notdürftig am Laufen. Die Zeche zahlen die Bürger bis heute.

dpa

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