Textilien sollen ab 2020 "clean" sein

Lidl will gefährliche Chemikalien verbannen

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Als erster Lebensmittel-Discounter folgt Lidl der Aufforderung von Greenpeace und will T-Shirts, Unterwäsche und Handtücher künftig frei von schädlichen Chemikalien halten. Bis die Textilien komplett giftfrei sind, wird es aber noch einige Jahre dauern. Foto: Jens Kalaene

Neckarsulm/Hamburg - Lidl will Textilien seiner Eigenmarken auf lange Sicht ohne umwelt- und gesundheitsgefährliche Chemikalien produzieren lassen. Bis es soweit ist, müssen sich die Kunden aber noch einige Jahre gedulden.

Der Discounter habe dazu eine entsprechende Vereinbarung mit der Umweltorganisation Greenpeace unterschrieben.

Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Neckarsulm mit. Lidl reagiert damit auf die Kritik von Greenpeace, die jüngst Kinderkleidung und Kinderschuhe verschiedener Discounter auf gefährliche Chemikalien getestet hatte. Lidl hatte nicht nur in dem Test schlecht abgeschnitten. In einem Discounter-Einkaufsratgeber prangerte Greenpeace auch Schwächen bei Rohstoffeinsatz, Wiederverwertbarkeit der Kleidung und Sozialstandards in der Produktion an.

Lidl ist der erste Lebensmittel-Discounter, der der Aufforderung von Greenpeace nachkommt. 21 Modeunternehmen, darunter Zara, H&M, Adidas oder Puma sowie sechs italienische Zulieferer haben sich bereits verpflichtet, bis 2020 ohne giftige Chemikalien auszukommen. Auch der Kaffee- und Gemischtwarenhändler Tchibo arbeitet mit Greenpeace zusammen und hatte jüngst ein Rücknahme- und Recycling-Programm angekündigt.

Lidl mache einen gewaltigen ersten Schritt nach vorne, lobte Manfred Santen, Chemie-Experte von Greenpeace. "Nun müssen Aldi, Penny, Tesco, Carrefour und Wal-Mart nachziehen."

Lidls Zeitplan sieht vor, dass bis Ende Juni 2016 alle verkauften Textilien frei von gefährlichen Schadstoffen wie Alkylphenolethoxylaten (APEOs) sind. Aus ihnen entstehen im Abwasser Alkylphenole, die Wassertiere wie Fische und Schnecken in Flüssen und Seen schädigen, so Greenpeace. In Reinigungsmitteln seien diese Stoffe in Europa deshalb bereits teilweise verboten, erklärte die Umweltschutzorganisation. Bis Juli 2017 sollen bei Lidl außerdem sogenannte per- und polyfluorierte Chemikalien verschwinden. Sie können nach Darstellung von Greenpeace Einfluss auf Immunsystem und die Fortpflanzung haben. 80 Prozent der Lieferanten von Lidl sollen zudem bis Ende 2015 Daten über ihre Abwässer offenlegen.

Greenpeace zufolge macht Lidl allein mit Kleidung einen Jahresumsatz von einer Milliarde Euro. Eine Sprecherin des Discounters wollte die Zahl nicht bestätigen. Im Geschäftsjahr 2013/2014 lagen die Umsätze von Lidl europaweit bei 54 Milliarden Euro, in Deutschland waren es 18 Milliarden Euro.

dpa

Lidl-Erklärung

Greenpeace-Test

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