Gewerkschaften kämpfen weiter

Linde-Aufsichtsrat soll über Fusion mit Praxair entscheiden

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Der Dax-Konzern Linde plant eine Fusion mit dem US-Wettbewerber Praxair. Foto: Nicolas Armer

München (dpa) - Seit zehn Monaten peilen Linde und Praxair einen Zusammenschluss zum größten Industriegasekonzern der Welt an. Heute soll der Aufsichtsrat von Linde in München zusammenkommen, um den Fusionsvertrag zu besiegeln.

Aber die Gewerkschaften haben noch einen letzten Versuch gestartet, das Ganze aufzuhalten: Mit Unterstützung von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) verlangen sie, die Abstimmung zu vertagen und einen neutralen Vermittler einzuschalten.

Eine lange Debatte im Aufsichtsrat gilt daher als sicher. Dabei sind die Fronten eigentlich klar: Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle will die Fusion mit dem US-Konzern durchsetzen und so eine Milliarde Euro jährlich an Synergien heben. Die Linde-Aktionäre und ihre Vertreter im Aufsichtsrat unterstützen den Plan. Dagegen befürchten Betriebsrat und Gewerkschaften einen Stellenabbau und den Verlust der Mitbestimmung. Der Konzern soll künftig von Praxair-Chef Steve Angel aus den USA gesteuert, die Holding in Irland angesiedelt werden.

Offen ist, ob der Dresdner Betriebsratschef Frank Sonntag im Aufsichtsrat mit den anderen Arbeitnehmern stimmt oder sich enthält. Denn Linde will den Standort Dresden schließen und hat nur für den Fall der Fusion eine Standort- und Beschäftigungsgarantie bis 2021 gegeben. Bei einem Patt im Aufsichtsrat würde Reitzle die Fusion mit seiner doppelten Stimme als Aufsichtsratschef durchsetzen, das hat er bereits angekündigt.

Lindes Geschäftsmodell

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