Auch in Teilzeit

Lokführer gesucht: Bahn umwirbt alleinerziehende Frauen

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München - Die S-Bahn in München sucht dringend Lokführer – aber sie sind in einer Region, in der fast Vollbeschäftigung herrscht, schwer zu bekommen. Alleinerziehende Frauen sollen es nun retten. 

Lokführer war früher ein Traumberuf technik-begeisterter Jungs – doch diese Zeiten sind lange vorbei. In der Region München hat gerade die S-Bahn Probleme, frei werdende Stellen zu besetzen. Not macht erfinderisch – und nun will Marion Rövekamp, Personalchefin in der Konzernzentrale von DB Regio in Frankfurt, in München einen eher ungewöhnlichen Testlauf wagen: Die DB sucht gezielt Alleinerziehende als S-Bahn-Lokführer. In dieser Gruppe, davon ist die Personal-Leiterin überzeugt, „liegt Potenzial“. Alleinerziehende hätten es „auf dem Arbeitsmarkt oft schwer“. Da könne die Bahn mit einem krisensicheren Job helfen.

Dass nun ausgerechnet die Bahn Alleinerziehende anstellen will (in erster Linie Frauen, aber auch Männer sind willkommen), ist durchaus gewagt. Schließlich sind Lokführer quasi rund um die Uhr im Einsatz. Der Schichtdienst gilt als Bewerberbremse. Rövekamp hat jedoch fest die Absicht, dieses Problem zu meistern. „Wir werden die Schichten so bauen, dass die Mitarbeiter den Job und gleichzeitig die Kinderbetreuung hinbekommen.“ Sie werde da auch bei den Teamleitern der S-Bahn, die für die tägliche Einsatzplanung zuständig sind, gezielt dafür werben. Auch bei der Kinderbetreuung soll geholfen werden. Die Bahn habe etwa in München Betreuungsplätze gekauft und könne das, falls erforderlich, auch in der Region tun.

Die Berufstätigkeit für die Alleinerziehenden soll, auch das eher ungewöhnlich, außerdem auch in Teilzeit möglich sein. Früher stand Rövekamp Teilzeitkräften skeptisch gegenüber, doch das hat sich geändert. Nur die in der Regel neunmonatige Ausbildung muss Vollzeit sein – das gehe organisatorisch nicht anders. Nebenbei soll so die Frauenquote erhöht werden, denn momentan sind nur 4,7 Prozent der S-Bahn-Lokführer Frauen.

Rund 600 Lokführer gibt es bei der S-Bahn. Die meisten S-Bahn-Lokführer sind zwischen 45 und 55 – die S-Bahn muss langfristig für Nachwuchs sorgen. Derzeit läuft eine Werbekampagne, doch es gibt noch offene Stellen. Im nächsten Jahr will die DB 90 Lokführer als Quereinsteiger und 24 Azubis bei der S-Bahn München einstellen. Quereinsteiger heißt: Das Angebot richtet sich an Personen, die schon einen Beruf mit technischen Kenntnissen erlernt haben, etwa im Handwerk. Eine Ausbildungsklasse soll speziell mit den Alleinerziehenden besetzt werden. Azubis hingegen durchlaufen die herkömmliche dreijährige Ausbildung zum „Eisenbahner im Betriebsdienst“.

Ein Lokführer kommt bei der Deutschen Bahn im ersten Ausbildungsjahr auf ein Jahresbruttogehalt von etwa 29 000 Euro; bei einem langjährigen Lokführer steigt das Jahresbrutto inklusive Schichtzulagen auf bis zu 42 000 Euro.

Bewerben kann man sich online über karriere-bayern@deutschebahn.com; die zentrale Karriereseite ist: www.deutschebahn.com/karriere

Rubriklistenbild: © dpa

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