Lufthansa läuft bei AUA-Übernahme die Zeit davon

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Bei der geplanten Übernahme der österreichischen Fluggesellschaft AUA verlangt die EU-Kommission von der Lufthansa Streichungen im Flugplan.

Brüssel/Frankfurt - Der Lufthansa droht bei der Übernahme der österreichischen Fluggesellschaft AUA eine Bauchlandung. Grund: Der EU-Kommission reicht die Zeit nicht, um grünes Licht für die Fusion zu geben.

Die geplante Übernahme der österreichischen Fluggesellschaft AUA durch die Lufthansa droht zu scheitern: Die EU-Kommission erklärte am Freitag, sie sehe kaum noch Chancen, den Zusammenschluss bis zum Monatsende zu genehmigen. Die Lufthansa hatte sich im Kaufvertrag mit der AUA vorbehalten, die Übernahme abzublasen, falls bis zum 31. Juli keine Genehmigung aus Brüssel vorliegt. Der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes, Jonathan Todd, warnte: “Wenn nicht ein Wunder geschieht, werden wir nicht in der Lage sein, die Verfahrensschritte einzuleiten, die uns eine Entscheidung bis zum Monatsende ermöglichen würden.“

Bislang sei Lufthansa auf die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission nicht eingegangen, sagte Todd. “Es ist sehr schwer zu verstehen, warum nicht, wenn sie wirklich an einer schnellen Entscheidung der Kommission interessiert sind.“ Nur wenn die Lufthansa “am Montag genau das vorlegen sollte, was wir wollen, wäre es noch möglich, bis Ende Juli eine Entscheidung zu treffen“, sagte Todd der Nachrichtenagentur AP am Freitagabend. Ein nach seiner ersten Warnung am Freitagmittag übermittelter Vorschlag der Lufthansa habe aber inhaltlich nichts Neues gebracht, verlautete aus Kommissionskreisen.

Lufthansa lehnt weitere Zugeständnisse ab

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Die Lufthansa erklärte, man habe der Kommission weitreichende Zugeständnisse angeboten. Mit Blick auf einige der von Brüssel geforderten Auflagen könne das Unternehmen aber nicht weitergehen, sagte LH-Sprecherin Stefanie Stotz. Um welche Auflagen es geht, wollte sie nicht sagen. Die EU-Kommission hatte nach einer ersten Prüfung des Fusionsvorhabens erklärt, die Übernahme der AUA durch Lufthansa drohe den Wettbewerb auf mehreren Verbindungen zwischen Österreich und Deutschland sowie zwischen Wien und Brüssel einzuschränken. Die Kommission erwartet von Lufthansa deswegen die Streichung von Verbindungen bei der AUA oder im eigenen Flugplan.

Todd betonte, aus Sicht der EU-Kommission wären auch längere Verhandlungen möglich - die Brüsseler Behörde hat rein rechtlich betrachtet bis November Zeit, über das Fusionsvorhaben zu entscheiden. Lufthansa habe aber stets auf eine baldige Entscheidung gedrungen, sagte der Kommissionssprecher.

Auch die österreichische Regierung forderte, die Lufthansa müsse auf die Bedenken der Kommission eingehen. Was die Verhinderung einer Wettbewerbsverzerrung angehe, “müssen die Unternehmen Konzepte auf den Tisch legen“, sagte der österreichische Außenminister Michael Spindelegger am Rande eines Treffens mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in Berlin.

ap

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