Metallarbeitgeber: Hilfe bei Kinderbetreuung

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München - Die Beschäftigten der bayerischen Metall- und Elektroindustrie sollen künftig bei Engpässen in der Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen rasche Hilfe bekommen.

Dazu wollen die Arbeitgeber eine flächendeckende Betreuungsvermittlung einrichten, die im September an den Start gehen soll. “Eine bessere Balance von Beruf und Familie spielt im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte eine zunehmend wichtige Rolle“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände bayme und vbm, Bertram Brossardt, am Donnerstag in München. Vor allem Frauen hätten oft familiäre Verpflichtungen. Sie sollen dabei unterstützt werden, dass sie ihren Job weiter ausüben und Karrierechancen wahrnehmen können, sagte Brossardt.

Erst kürzlich hatte die bayerische Wirtschaft eine stärkere Beteiligung von Frauen und älteren Arbeitnehmern am Erwerbsleben angemahnt. Nur so könnten die Auswirkungen des demografischen Wandels und des zunehmenden Fachkräftemangels abgefangen werden. Bis 2030 dürften im Freistaat einer Studie zufolge 1,1 Millionen Arbeitskräfte fehlen. Für das zunächst auf zwei Jahre angelegte Projekt “Plattform Betreuung“ stellen die Arbeitgeberverbände insgesamt 1,3 Millionen Euro zur Verfügung. Es richtet sich an die rund 570 000 Mitarbeiter der mehr als 1800 Mitgliedsbetriebe der Metallarbeitgeberverbände im Freistaat. An sechs Standorten sollen dabei Büros mit entsprechendem Personal finanziert werden.

Die Vermittler sollen im Bedarfsfall Betreuungsmöglichkeiten an sieben Tagen in der Woche für die Zeit zwischen 5.00 Uhr und 22.00 Uhr ausfindig machen. Brossardt hofft, dass aus dem Projekt ein langfristiges Geschäftsmodell wird, das sich selbst trägt. Die Finanzierung soll dann von den Unternehmen kommen. Eigene Betreuungsangebote seien allerdings nicht geplant, man wolle sich auf die Vermittlung beschränken. “Wir wollen niemandem Konkurrenz machen“, sagte Brossardt.

dpa

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