Spionageskandal

Microsoft verstärkt Druck auf US-Regierung

Redmond - Microsoft wehrt sich gegen den Eindruck, der Software-Konzern sei bei der Internetspionage ein williger Helfer der US-Geheimdienste. Der Konzern will dagegen kämpfen, dass Kunden das Vertrauen in Microsoft-Produkte verlieren.

Dazu will das Unternehmen mehr Informationen zu den Abfragen unter dem US-Überwachungsprogramm „Prism“ herausgeben. Das ist bislang aber staatlicherseits verboten.

Microsoft-Chefjustiziar Brad Smith erklärte am Dienstag, Justizminister Eric Holder gebeten zu haben, persönlich auf die Freigabe zu dringen. „Wir sind der Überzeugung, dass die US-Verfassung uns die Freiheit garantiert, mehr Informationen mit der Öffentlichkeit zu teilen. Doch die Regierung hält uns zurück.“

Microsoft kämpft mit anderen Internetkonzernen wie Google, Facebook oder Yahoo darum, Anzahl und Umfang der Abfragen zur „nationalen Sicherheit“ nennen zu dürfen. Die Firmen fürchten um einen Vertrauensverlust bei den Nutzern, was letztlich schlecht fürs Geschäft wäre. Die staatlichen Stellen, so der Microsoft-Vorwurf, reagierten aber nur schleppend. „Wir hoffen, der Justizminister kann eingreifen, um dies zu ändern.“

Jüngst hatte die britische Zeitung „Guardian“ über eine enge Zusammenarbeit zwischen dem US-Geheimdienst NSA und Microsoft geschrieben. Der Bericht habe „gravierende Ungenauigkeiten“ enthalten, erklärte Smith. Er versicherte erneut, dass Microsoft keiner Regierung einen direkten Zugriff auf seinen E-Mail-Dienst Outlook.com gewähre. Auch habe Microsoft keiner Regierung ermöglicht, die Verschlüsselung zu knacken.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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