Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Schaden für Sparer ist immens

Skandal bei den Sparkassen: Verbraucherschützer schlagen Alarm - Zinsen oft falsch berechnet?

Hat sich die Sparkasse bei der Auszahlung von Sparverträgen oft verrechnet?
+
Hat sich die Sparkasse bei der Auszahlung von Sparverträgen oft verrechnet?

Viele Sparkassen haben ihren Kunden kürzlich den Prämiensparvertrag gekündigt. Jetzt schlagen Verbraucherschützer erneut Alarm: Offenbar wird der Zins bei Prämienverträgen oft falsch berechnet.

  • Banken und Sparkassen kündigen derzeit Tausenden Sparern ihre Prämiensparverträge. 
  • Das stößt den Kunden bitter auf. 
  • Jetzt gerät die Auseinandersetzung in die nächste Eskalationsstufe: Scheinbar wurden auch bei vielen Auszahlungen die Zinsen fehlerhaft berechnet. 

München – Zigtausende Sparer in Deutschland liegen aktuell mit ihrer Bank oder Sparkasse im Clinch, weil sie die Kündigung ihrer Prämiensparverträge nicht einfach hinnehmen wollen. Allein in München sind etwa 28.000 Verträge betroffen. Jetzt droht in der Auseinandersetzung die nächste Eskalationsstufe: Denn laut Verbraucherschützern wurden offensichtlich bei vielen Sparern, die sich ihr Guthaben auszahlen ließen, die Zinsen fehlerhaft berechnet. Dabei geht es um viel Geld.

Sparkassen und Banken kündigen Prämiensparverträge: Kunden sind empört

Verbraucherschützer haben ausgerechnet, dass es sich im Schnitt um Beträge zwischen 2000 und 4000 Euro handelt. Die Rendite dieser Sparverträge speist sich aus zwei Quellen: dem Basiszins in variabler Höhe und fest vereinbarten Prämien auf die Einzahlungen des jeweiligen Jahres. Die Krux an der Sache: Für die Verzinsung gab es ursprünglich keine festen Regeln. Banken und Sparkassen konnten den Basiszins nach eigenem Ermessen senken oder anheben.

Erst seit einem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) im Jahr 2002 gibt es Klarheit. Heute sind Banken verpflichtet, die Verzinsung der Sparpläne an einem unabhängigen Referenzzins auszurichten. Das löst aber nicht den Umgang mit Altverträgen, die Zinsgleitklauseln, Zinsänderungsklauseln oder Zinsanpassungsklauseln enthalten. Klauseln, die nach Ansicht von Verbraucherschützern rechtswidrig sind und die jetzt bei Auszahlungen dazu führen, dass, so die Ansicht der Verbraucherschützer, Sparern oft zu wenig ausbezahlt wird.

Sparkassen und Banken: Prämiensparverträge gekündigt - und dann wohl die Zinsen fehlerhaft berechnet

Bundesweit, so die Schätzung, geht die Zahl der Betroffenen in die Tausende. In München hat die Verbraucherzentrale bisher 40 Fälle der Stadtsparkasse München geprüft und nachgerechnet. „Dabei haben wir festgestellt, dass im Schnitt 3200 Euro zu wenig Zinsen ausbezahlt wurden, so Sascha Straub, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bayern. Allerdings räumt er ein, dass auch für die Berechnungsweise der Verbraucherschützer noch keine definitive Rechtssicherheit besteht.

Die Stadtsparkasse München erklärte auf Anfrage unserer Zeitung, dass ihre Zinsabrechnung „alle rechtlichen Anforderungen“ erfülle. Aus Gründen des Bankgeheimnisses wolle man aber zum Verlauf einzelner Verträge keine Auskunft geben. Kunden die Fragen zur Zinsabrechnung hätten, bietet man ein Gespräch an.

Sparkassen kündigen die Prämiensparverträge - und berechnen scheinbar die Zinsen falsch

Bisher berechnen manche Banken und Sparkassen den Zins sehr unterschiedlich. Die Verbraucherschützer errechneten Nachzahlsummen je nach Institut von 50 bis 20000 Euro. Aber das soll sich bald ändern. Die Verbraucherzentrale Sachsen hat beim Oberlandesgericht Dresden eine Musterfeststellungsklage eingereicht.

Für alle, die Zweifel an der korrekten Verzinsung ihres Vertrages haben, bieten die Verbraucherschützer einen Service an: Für 85 Euro prüft die Verbraucherzentrale Sachsen die Abrechnung. Alle Unterlagen einscannen und per Mail an vzs@vzs.de senden oder kopierte Unterlagen per Post an folgende Adresse verschicken: VZ Sachsen, Katharinenstraße 17, 04109 Leipzig.

Die Sparkassen versuchen derzeit jüngere Kunden zu gewinnen. Dafür brechen sie mit einer alten Tradition. Neben dem Streit um die Prämiensparverträge waren kürzlich andere Kunden regelrecht von einer Panne der Sparkassen betroffen - die Überweisungen kamen nicht an. Darunter auch Kindergeld und Gehälter. 

Ein Kunde der Sparkasse Freising weigert sich, Strafzinsen zu zahlen - jetzt droht die Sparkasse mit Kündigung.

Für 2020 plant die Sparkasse außerdem eine drastische Veränderung*. Viele Kunden hatten schon lange auf diesen Schritt gewartet.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Kommentare