Lehren aus dem Skandal

Nach Kreidl-Affäre: Sparkassen regeln Sponsoring

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Der frühere Miesbacher Landrat Jakob Kreidl war über ein unsauberes Sparkassen-Sponsoring gestolpert.

München - Nach der Sponsoring-Affäre des Miesbacher Landrats Jakob Keidl (CSU) hat der Sparkassenverband Bayern Grundsätze zur Behandlung von Spenden erlassen.

Es gehe darum, „was unsere Sparkassen als gemeinwohlverpflichtete regionale Kreditinstitute tun dürfen und was nicht“, sagte Verbandspräsident Theo Zellner am Mittwoch in München. „Wir haben in den letzten Wochen den Sonderfall Miesbach intensiv in den Gremien diskutiert und wollen mit diesem Orientierungsrahmen Transparenz nach innen und nach außen schaffen.“

Die Sparkassen können demnach weiterhin „zum Wohl ihrer jeweiligen Region gemeinnützige Spenden leisten“. Zahlen nennt das Papier nicht: „Der Umfang des jährlichen Spendenvolumens sowie die Höhe von Einzelspenden sind angemessen und eigenverantwortlich von der jeweiligen Sparkasse festzulegen.“ Auch Sponsoring könnten die Sparkassen betreiben. Es müsse sich aber um „transparente und nach außen erkennbare Maßnahmen zum Wohle von Organisationen in gemeinnützigen und ähnlich bedeutsamen gesellschaftspolitischen Bereichen der jeweiligen Region“ handeln, steht in dem Papier.

Kundenveranstaltungen sollen nur noch betrieblichen Zielen dienen und nicht zugunsten von Privatpersonen durchgeführt werden. Die Geburtstagsfeier für Kreidl war als Kundenveranstaltung bezeichnet worden. Sie hatte fast 120 000 Euro gekostet, von denen 77 000 Euro die örtliche Kreissparkasse und 33 000 Euro der Landkreis zahlte. Kreidl wurde daraufhin von CSU-Chef Horst Seehofer zum Amtsverzicht gedrängt. Die Regierung von Oberbayern prüft, ob bei dieser Art von Sponsoring alles mit rechten Dingen zuging.

dpa

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