Nach Pannenserie: Toyota in der Krise

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Hat zur Zeit nicht viel zu lachen: Konzernchef Akio Toyoda

Washington - Toyota steht wegen seiner Pannenserie in den USA am Pranger. Der extra aus Japan angereiste Konzernchef Akio Toyoda musste sich am Mittwoch harsche Kritik von Mitgliedern des US- Kongresses gefallen lassen.

“Toyota hat Beschwerden ignoriert oder kleingeredet“, sagte der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, Edolphus Towns. Der weltgrößte Autobauer sei eher auf den eigenen Profit aus gewesen als auf die Sicherheit seiner Kunden.

“Toyota hat vor den Kunden versagt“, hatt Towns zum Auftakt der insgesamt siebenstündigen Anhörung. Der Autobauer habe die Schuld für die Defekte zuerst auf Fußmatten geschoben. “Sogar bei Autos, die gar keine Fußmatten hatten.“ Dann hätten sie sie auf klemmende Pedale geschoben. “Ich bleibe skeptisch, dass dies die einzigen Ursachen sind.“ Bei Unfällen durch ungewolltes Beschleunigen sollen in den vergangenen Jahren 34 Menschen gestorben sein.

"Das Tempo war zu schnell"

Der öffentlichkeitsscheue Toyota-Chef räumte eigene Fehler ein. “Ich fürchte, das Tempo, in dem wir gewachsen sind, könnte zu schnell gewesen sein“, sagte er. Das Management habe verlernt, auf die Kunden zu hören, es habe die Ausbildung seiner Leute vernachlässigt und die Entwicklung des Unternehmens aus den Augen verloren.

Toyoda wies aber die Überlegungen zurück, dass es Fehlfunktionen beim elektronischen Gaspedal gebe. Toyoda entschuldigte sich für das Geschehene. Jeder Tote und jeder Verletzte tue ihm leid. “Mein Mitgefühl gehört ihnen vom Grunde meines Herzens.“ Die Sicherheit der Kunden habe oberste Priorität.

"Eines der beschämendsten Dokumente"

Der weltgrößte Autohersteller hatte Ende vergangenen Jahres einen ersten großen Rückruf gestartet. Auslöser war der Tod von vier Menschen in einem Lexus gewesen. Mittlerweile rief Toyota weltweit 8,5 Millionen Fahrzeuge zurück, den überwiegende Teil davon auf dem US-Markt, wo sich der Konzern über Jahre auf den zweiten Platz in der Beliebtheit vorgearbeitet hatte. Der Autobauer unterhält zudem mehrere Werke in den Vereinigten Staaten.

Die von Verkehrsminister Ray LaHood beaufsichtigte US-Behörde für Verkehrssicherheit NHTSA musste sich allerdings ebenfalls scharfe Kritik gefallen lassen. Towns warf ihr vor, tatenlos zugesehen zu haben, obgleich sich die Beschwerden von Fahrern gehäuft hätten. “Wir nehmen alle ernst“, wehrte LaHood ab und verwies auf die hohe Zahl an Eingaben von Verbrauchern. Der Vermutung, dass die Toyota-Probleme auf die Elektronik zurückgehen, werde nachgegangen.

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