Der Milliardär, der Karstadt retten will

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Düsseldorf - Das ist er also, der Mann, der Karstadt aus der Pleite retten will: Nicolas Berggruen. Lesen Sie, wer der Milliardär wirklich ist.

Die Entscheidung um Karstadt ist gefallen. Die Warenhauskette geht an Nicolas Berggruen. Doch wer ist dieser Mann, der unkonventionell lebt und nicht nur den schnellen Gewinn im Sinn hat.

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In den USA wird Nicolas Berggruen (48) als Obdachloser geführt. Der Mann, der den Zuschlag im verbissenen Bieterrennen um Karstadt erhielt, verkaufte schon vor Jahren seine Luxuswohnungen in New York, London und Los Angeles - und lebt seither in Hotels rund um die Welt, allenfalls noch in seinem Flugzeug.

Eine Insolvenz muss nicht das Aus bedeuten

Zweifel an der Ernsthaftigkeit seines Einsatzes für Karstadt wies der Sohn des legendären jüdischen Kunstsammlers Heinz Berggruen (1914-2007) zurück. "Wenn jetzt der Eindruck entsteht, hier will ein Überflieger das schnelle Geld machen, so ist der falsch", versicherte der Chef der Investmentgesellschaft Berggruen Holdings Ltd. unlängst in der "Berliner Morgenpost".

Der jugendlich wirkende Junggeselle mit gepflegtem Dreitagebart und Strahleblick (Vermögen laut "Forbes"-Liste 1,8 Milliarden Dollar) hat schon für manche Überraschung gesorgt. 2007 übernahm der Deutsch-Amerikaner ebenfalls ohne langen Vorlauf Teile des insolventen Möbelriesen Schieder mit 3500 Mitarbeitern.

Nicolas Berggruen

1961 in Paris geboren, hatte sich Berggruen nach einem Finanzstudium in New York schon früh als privater Investor selbstständig gemacht. 1986 bündelte er seine Aktivitäten unter dem Namen Berggruen Holdings. Das Unternehmen investiert weltweit vor allem in Firmenbeteiligungen und Immobilien. Als Architekten für seine Projekte beauftragt der Kunstliebhaber gern Köpfe wie Norman Foster, Richard Meier und David Chipperfield.

Zu Berlin mit seinen zahlreichen Karstadt-Filialen hat der Finanzmanager eine besondere Beziehung: Sein Vater, einer der bedeutendsten Kunstsammler des 20. Jahrhunderts, wurde hier geboren und musste 1936 vor den Nazis fliehen. Als eine "Geste der Versöhnung" überließ Heinz Berggruen der Geburtsstadt später seine einzigartige Kunstsammlung für einen symbolischen Preis. Die Werke vor allem von Picasso und Paul Klee, aber auch Matisse, Cézanne und vielen anderen sind seit 1996 in einem nach ihm benannten Museum am Schloss Charlottenburg untergebracht.

Der Sohn, der selbst eine exquisite Werksammlung von Künstlern wie Andy Warhol, Damien Hirst und Jeff Koons hat, kündigte 2007 an, ein Privatmuseum für zeitgenössische Kunst in Berlin zu errichten. Zuvor hatte er sich auch wirtschaftlich in der Hauptstadt engagiert. 2005 gründete er die Nicolas Berggruen Holdings GmbH im Stadtteil Kreuzberg, die in zahlreiche Immobilien in Berlin und Brandenburg investiert. Sie ist für denkmalpflegerische Renovierungen bekannt. Zum Besitz gehören etwa das traditionsreiche Café Moskau an der Karl-Marx-Allee, die Sarotti-Höfe und die neue Bleibe des Künstlerhauses Bethanien in Kreuzberg.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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