Urlaubsrevolution

Das Wochenende einfach um 14 Tage verlängern

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London – Es klingt wie der Traum eines jeden Arbeitnehmers: Der britische Firmen-Chef Richard Branson erlaubt seinen Mitarbeitern Urlaub zu nehmen, so oft und wann immer sie wollen.

Jeder Arbeitnehmer kennt das Vorgehen: Man plant meist lange im Voraus seinen Jahresurlaub, stellt Urlaubsanträge, der Vorgesetzte muss diese genehmigen. So kommt man zur Auszeit von der Arbeit, kann einige Tage oder Wochen entspannen und den Büro-Alltag vergessen.

Unternehmer Richard Branson plant eine "Urlaubsrevolution" für seine Mitarbeiter.

Das sei doch nicht mehr zeitgemäß, findet dagegen der Unternehmer Sir Richard Branson (64), Chef der Virgin-Group. Bei ihm sollen die Angestellten keinen Urlaubsantrag stellen, sondern sich eine Auszeit gönnen, wann immer sie wollen. Das kündigte Brason nun in einem Blog-Eintrag an.

Fühlt man sich mittags so müde, geht man halt heim und schläft sich aus. Hat man Lust auf einen spontanen Kurzurlaub in der kommenden Woche, erscheint man einfach nicht im Büro.

Doch die Sache hat natürlich auch einen Haken! Hudson verlangt von seinen Mitarbeitern, dass sie sich nur freinehmen, "wenn sie sich 100 Prozent wohl damit fühlen und sicher sind, dass sie und ihr Team bei jedem Projekt im Zeitplan liegen und ihre Abwesenheit in keiner Hinsicht das Unternehmen schädigt." Spiegel Online bringt diese Einschränkung treffend auf dem Punkt: „Genauso gut hätte Branson schreiben können: 'Nimm Urlaub - wenn du dich traust.'“ Wer kann bei so einer Vorgabe schon mit gutem Gewissen abschalten und sich entspannen?

Die Urlaubs-Revolution des Unternehmers passt jedoch in die gegenwärtige Arbeitswelt: Den klassischen 9 bis 17 Uhr-Job gibt es immer seltener, viele Mitarbeiter sind auch daheim über Smartphone und Internet ständig erreichbar, arbeiten projektbezogen auch mal deutlich länger, um diese Mehrarbeit dann wieder auszugleichen - die Grenze zwischen Arbeitszeit und Freizeit verschwimmt also immer mehr.

Ob die Mitarbeiter dann tatsächlich mehr Urlaub nehmen, ist äußerst fragwürdig. Die amerikanische IT-Firma Evernote hat nämlich auch bereits eine solche Regelung, ebenso wie die Online-Videothek Netflix. Die Folge: Manche Evernote-Mitarbeiter haben seit Jahren keinen Urlaub genommen!

Was denken Sie: Würden Sie gerne in einer Firma arbeiten, in der Sie frei über Ihren Urlaub entscheiden könnten?   

Für Smartphone-Nutzer: Hier können Sie am Voting teilnehmen.

mg/ro24

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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