Opel: Hessen lehnt Offerte aus China ab

Frankfurt/Main - Schlechte Karten für China bei der Übernahme von Opel: BAIC biete dem Autohersteller keine eigenständige Perspektive an, so der Hessische Wirtschaftsminister in einem Interview.

Im Bieterwettbewerb um Opel zeigen die beteiligten Bundesländer dem chinesischen Interessenten BAIC die kalte Schulter. “Mit BAIC habe ich als Investor für Opel ein Problem, weil die Chinesen Opel keine eigenständige Perspektive bieten“, sagte der hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch ( FDP ) dem “Handelsblatt“ (Freitag). Zuvor hatten sich bereits Politiker aus den Opel- Ländern Thüringen und Rheinland-Pfalz kritisch zu der Offerte geäußert.

Das Konzept der Chinesen erfülle nicht die Voraussetzungen, die an einen neuen Investor gestellt worden seien, erklärte Posch. Hessen trägt allein mit 474 Millionen Euro zum staatlichen Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro an Opel bei und ist damit eine gewichtige Säule im Rettungskonzept für den Autobauer.

Posch sieht allerdings auch beim Magna-Konsortium noch Klärungsbedarf. “Auf Seiten der russischen Partner ist noch mehr als nur eine Frage derzeit offen“, sagte der Minister. “Wir halten es für dringend klärungsbedürftig, wer künftig denn eigentlich der russische Kooperationspartner von Opel sein wird.“ Die Sberbank will ihre Anteile an einen russischen der Autobauer GAZ oder Avtovaz weiterreichen. Posch warnte davor, das Bieterverfahren für Opel eilig für beendet zu erklären.

Erneute Kritik an den Chinesen kam von der IG Metall. Deren Vorsitzender Berthold Huber sagte am Rande einer Russlandreise in Moskau : “Was den chinesischen Autobauer BAIC angeht, habe ich nur gehört, dass er im Falle einer Übernahme die Technologien von Opel erhalten will. Von den Arbeitsplätzen war bisher nicht die Rede.“

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