Mit 75 noch immer am Puls der Zeit

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Der Rosenheimer Unternehmer Peter Hamberger

Stephanskirchen - „Innerlich zufrieden“ feiert heute Peter Hamberger, geschäftsführender Gesellschafter der Hamberger Industriewerke, seinen 75. Geburtstag.

Und zwar im kleinen Kreis mit der Familie und engsten Freunden, wie der Ehrenbürger von Stephanskirchen, der den großen Auftritt in der Öffentlichkeit nicht liebt, betont. Auch mit 75 ist sein Blick nicht rückwärts gewandt, sondern in die Zukunft gerichtet. Denn noch immer ist der Jubilar fast täglich beruflich voll im Einsatz. „Das ist für mich nach wie vor eine große Freude.“

Obwohl Hamberger große Geschäftsbereiche wie die Parkett-, Kork- und Laminat- bodenherstellung an seinen Sohn Peter übergeben hat, trägt er nach wie vor die Verantwortung für Sportbodenherstellung und Sanitärbereich mit WC-Sitz-Produktion. Fünf Millionen Toiletten-Sitze im Jahr stellt der größte europäische Hersteller in diesem Segment heute her.

Hambergers berufliche Laufbahn hat jedoch mit dem Ausbau der Parkettherstellung begonnen. An seinen ersten Arbeitstag kann sich der 75-Jährige noch gut erinnern: „Es war der 20. September 1962, mein Vater war gerade in Urlaub...“. Die Ent- scheidung, in das 1866 vom Urgroßvater gegründete Unternehmen einzusteigen, war früh gefallen. So studierte Hamberger Maschinenbau und Betriebswirtschaft als optimale Vorbereitung.

Bei seinem Einstieg ins Familienunternehmen vor 49 Jahren lag der Schwerpunkt noch auf der Zündholzproduktion. Zu deren Glanzzeiten entstanden am Ziegelberg 70 Millionen Zündhölzer pro Tag. Bereits 1950 war das Unternehmen, zu dem bis heute auch Land- und Forstwirtschaft gehören, vorausschauend in die Holzbodenentwicklung eingestiegen.

Als erster deutscher Hersteller produzierte Hamberger das robuste und pflegeleichte Mehrschichtparkett. Hinter dem Markenname Haro steht heute der größte deutsche Parketthersteller. Stolz ist der Jubilar auch auf die Entwicklung des Sportbodenbereichs. Allein in Deutschland sind 3000 Sporthallen mit Haro-Böden ausgestattet, die zur Olympiade sogar nach Peking verkauft wurden.

Dass im Privathaus des Jubilars Haro-Parkett (Landhausdiele in Eiche) liegt, versteht sich von selbst. Doch Hamberger nutzt selten die Chance, den Anblick zu genießen. Lieber ist er in der Natur, beim Skifahren und Bergwandern. Kraft schöpft er auch aus seiner Familie, zu der zwei Kinder und vier Enkel gehören.

Seine Gelassenheit, die ihn als Unternehmer prägt, zieht er aus der Tatsache, dass er sein Lebenswerk („Ausbau des Familienunternehmens und sichere Übergabe an die nächste Generation“) vollendet sieht. Bei seinem Einstieg in den 60er und 70er Jahren betrug der Umsatz der Gruppe etwa acht Millionen Euro, heute liegt er bei über 250 Millionen. Die Mitarbeiterzahl hat sich von etwa 400 auf 1700 erhöht. Mit Peter Hamberger ist außerdem die Internationalisierung des Unternehmens verbunden: Der Exportanteil liegt heute bei 40 Prozent.

Was rät der Träger des bayerischen Verdienstordens aus seiner langen unternehmerischen Erfahrung jungen Leuten, die Karriere machen wollen? „Mindestens eine Fremdsprache sprechen, auch einmal ins Ausland gehen, mehr arbeiten als andere und immer offen auf die Menschen zuzugehen.“

duc/Oberbayerisches Volksblatt

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