Getäfelte Wandschränke

Tipps halfen Polizei bei BayernLB-Durchsuchung

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München - Die früheren Vorstände der BayernLB  hatten in der Chefetage anscheinend nicht nur Freunde: So stieß die Polizei erst durch anonyme Hinweise auf versteckte Bereiche in den Vorstandbüros

Im Münchner Prozess wegen des Milliardendebakels mit der österreichischen Bank Hypo Alpe Adria berichtete ein Polizist am Montag als Zeuge von einer anonymen Anzeige. Sie ging im Zuge der Ermittlungen bei der Polizei ein und stammte vermutlich von einem Mitarbeiter der Bank. Darin hieß es, die Polizei habe bei ihrer ersten Durchsuchung in der Landesbank einige Stellen in der Vorstandsetage übersehen: unter anderem dunkel getäfelte Wandschränke, aber auch eine Dachschräge und Ruhezonen für die Vorstände.

„Dann sind wir halt nochmal in die Landesbank rein“, sagte der Zeuge vor dem Landgericht München. Da der Vorstandsbereich nicht frei zugänglich ist, vermutet die Polizei, dass die anonyme Anzeige aus den eigenen Reihen der BayernLB stammte. „Das muss schon ein Insider gewesen sein.“

In dem Prozess müssen sich der ehemalige BayernLB-Chef Werner Schmidt und sein Vize Rudolf Hanisch wegen Untreue verantworten, weil sie die Hypo Alpe Adria 2007 zu leichtsinnig und zu teuer gekauft haben sollen. Zudem wirft die Anklage ihnen Bestechung des früheren Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider vor. Beide bestreiten die Vorwürfe. Gegen vier weitere Angeklagte war das Verfahren vor wenigen Wochen gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt worden.

dpa

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