Neuer Chef für Banco Espírito Santo

Portugals größte Bank: Milliarden-Schulden?

Lissabon - Auf Druck der portugiesischen Zentralbank hat die in Turbulenzen geratene Banco Espírito Santo (BES) eine neue Führungsmannschaft aufgestellt.

Der Verwaltungsrat habe zugestimmt, dass die neue Spitze ihre Ämter sofort antreten könne, teilte das Gremium der größten Bank Portugals am Montag nach einer Sondersitzung mit. Neuer Chef wird demnach der renommierte Ökonom und frühere Zentralbanker Vítor Bento, neuer Finanzvorstand der bisherige Chef der portugiesischen Schuldenagentur, João Moreira Rato.

Die Holding Espírito Santo Financial Group (ESFG) reduzierte am Montag ihre Beteiligung an der Banco Espírito Santo von 24,99 auf 20,1 Prozent. Die Anteile seien verkauft worden, um Schulden zurückzahlen zu können, erklärte die Holding. Eine andere Holding, die Espírito Santo International (ESI), soll Medienberichten zufolge Verluste von 1,3 Milliarden Euro verschleiert haben und auf Schulden in Höhe von sieben Milliarden Euro sitzen. Die ESI hält 49 Prozent an der ESFG. Die Turbulenzen um das Espírito-Santo-Imperium beunruhigen seit Donnerstag die Märkte.

Bento folgt auf den Ricardo Salgado, der 23 Jahre lang Chef der Banco Espírito Santo war und Patriarch der für die Bank namensgebende Familie Espírito Santo ist. Salgado war vor gut drei Wochen auf Druck der Zentralbank zurückgetreten, nachdem Unregelmäßigkeiten in einer Holding des Familienimperiums bekannt geworden waren. Um das Machtvakuum zu füllen und die beunruhigten Märkte zu beschwichtigen, rief die Zentralbank den Verwaltungsrat am Sonntagabend zu einer Sondersitzung zusammen.

afp

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