Postbank macht Verluste

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Die Postbank hat im dritten Quartal einen Verlust gemacht.

Bonn - Risikoreiche Geschäfte bei der insolventen US- Finanzgesellschaft CIT haben der Postbank im dritten Quartal einen operativen Verlust beschert.

Der fehlgeschlagene Einsatz bei dem amerikanischen Mittelstandsfinanzierer belastete das Ergebnis mit 61 Millionen Euro und drückte es im dritten Quartal 2009 vor Steuern mit 59 Millionen Euro ins Minus. Ohne das Engagement bei CIT hätte die Postbank, bei der die Deutsche Bank eingestiegen ist, erstmals seit fünf Quartalen im operativen Geschäft wieder Geld verdient, wie das Bonner Geldinstitut am Donnerstag berichtete.

Diese Banken hat die Krise am meisten getroffen

Wirtschaftskrise: Diese Banken hat es am meisten getroffen

“Wir sind von der Insolvenz von CIT getroffen worden“, sagte Finanzchef Marc Heß. Die Insolvenz gilt als die größte Pleite in der US-Finanzbranche seit dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers vor einem Jahr, die auch bei der Postbank ihre Spuren hinterlassen hatte.

An der Börse fiel die Postbank-Aktie. Die eigentlich auf Privatkunden spezialisierte Bank ist bisher ohne Staatshilfen über die Runden gekommen. “Wir haben nur in kleinem Umfang direkt in CIT investiert“, erläuterte ein Postbank-Sprecher. Die Postbank hatte einige Anleihen der Amerikaner gekauft.

Die größten Verluste entstanden über die in Verruf geratenen, weil undurchsichtigen Derivate. Das sind Papiere, die über Umwege auf die Entwicklung von Unternehmen setzen. Vor einem Jahr, als die Finanzkrise hochkochte, hatte der Vorsteuerverlust mit 448 Millionen Euro allerdings noch deutlich höher gelegen und nahm seitdem kontinuierlich ab. Dieser Trend werde anhalten, versicherte Postbank-Chef Stefan Jütte. Die Belastungen aus der Finanzkrise dürften ihren Höhepunkt erreicht haben und im weiteren Jahresverlauf schwinden.

Jütte bestätigte das Ziel, mittelfristig eine Eigenkapitalrendite von 13 bis 15 Prozent nach Steuern zu erreichen. Noch liegt der Wert deutlich darunter. Dank Steuereffekten schafften die Bonner unterm Strich zum zweiten Mal in diesem Jahr schwarze Zahlen. Sie verdienten 42 Millionen Euro nach einem Verlust von 349 Millionen Euro vor einem Jahr.

Von risikoreichen gewerblichen Immobilienfinanzierungen will die Postbank künftig weitgehend die Finger lassen. Alte Verträge könnten die Bonner aber einholen. Auch die Postbank hatte Kredite in die Problemländer USA und Großbritannien vergeben. Ihren Marktanteil im Privatkunden-Geschäft konnte die Postbank weiter ausbauen: Die Einlagen kletterten im dritten Quartal auf ein Rekordniveau. Das Wertpapier-Geschäft zog mit der Erholung der Kapitalmärkte erstmals seit längerer Zeit wieder an.

Bei den Baufinanzierungen taten sich die Kundenberater mit neuen Abschlüssen indes schwer. Jüngst waren die Bonner ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, weil externe Berater Einblick in die Girokonten von Postbank-Kunden hatten.

dpa

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