Möglicher Werverfall

Private Neuwagenkäufer meiden Diesel

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Nach einer Untersuchung betrug im April der Anteil an Diesel-Fahrzeugen bei Privatkäufen nur noch 23,8 Prozent. Foto: Christophe Gateau

Es ist der niedrigste Wert seit dem Auslaufen der Abwrackprämie, mit deren Hilfe 2009 vor allem benzingetriebene Kleinwagen auf den Markt gebracht worden waren.

Duisburg/Frankfurt (dpa) - Deutsche Neuwagenkäufer greifen immer seltener zu Dieselmodellen. Nach einer Untersuchung des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen betrug im April der Anteil an Diesel-Fahrzeugen bei Privatkäufen nur noch 23,8 Prozent.

Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer führte die Zurückhaltung der Kunden auf eine Vielzahl von Tests zurück, bei denen Dieselautos mit der neuesten Abgasnorm Euro 6 im Realbetrieb ein Vielfaches der erlaubten Stickoxid-Mengen ausgestoßen hätten. "Die Verunsicherung führt bei privaten Neuwagenkäufern immer stärker zur Kaufverweigerung", folgert der Auto-Experte.

Anders als Firmenkunden müssten Privatleute häufig das volle Risiko des möglichen Wertverfalls ihres Autos tragen. Sollten sich später auch die Gebrauchtwagenkunden vom Diesel abwenden, baue sich wegen der vielen Diesel-Firmenwagen eine Halde auf, die nur noch über den teuren Export absetzbar sei. 95 Prozent der Gebrauchtwagen werden von Privatkunden erworben.

Letztlich kauften Neuwagenkunden mit Euro-6-Dieseln "die Katze im Sack", erklärte Dudenhöffer mit Blick auf drohende Fahrverbote in Ballungsräumen. Er forderte die Hersteller auf, mit einem Zertifikat "Euro 6 plus" zu garantieren, dass ihre Fahrzeuge die Grenzwerte auch im normalen Fahrbetrieb einhalten. Nur so lasse sich der Abwärtstrend stoppen.

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