Außenhandelsstatistik

Rekord beim deutschen Exportüberschuss

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Waren "made in Germany" sind weltweit beliebt wie nie. Foto: Christian Charisius

Wiesbaden - 2014 war ein Rekordjahr für den deutschen Außenhandel. Experten gehen davon aus, dass sich der Aufwärtstrend fortsetzen wird. Doch es gibt auch Kritik am Exporterfolg der größten Volkswirtschaft Europas.

Deutschlands Exporteure haben im vergangenen Jahr so viele Waren ins Ausland verkauft wie nie. Allerdings fiel der Rekord geringfügig schwächer aus als zunächst berechnet, wie das Statistische Bundesamt am Montag anhand revidierter Zahlen mitteilte. Demnach wurden Waren im Gesamtwert von 1133,5 Milliarden Euro ausgeführt und Waren im Wert von 916,6 Milliarden Euro importiert. Damit erzielte Deutschland einen Exportüberschuss von 216,9 Milliarden Euro und übertraf den bisherigen Höchstwert von 195,3 Milliarden Euro aus dem Jahr 2007 deutlich.

Bei einer ersten Berechnung der Außenhandelsstatistik 2014 Anfang Februar hatte die Wiesbadener Behörde den Wert der Exporte etwas höher mit 1133,6 Milliarden Euro und den der Importe etwas niedriger mit 916,5 Milliarden Euro angegeben. Der Saldo lag entsprechend marginal höher bei 217,0 Milliarden Euro. Die Werte werden nach Angaben der Statistiker im Jahresverlauf noch mehrfach neu berechnet, endgültige Zahlen soll es voraussichtlich im Oktober geben.

An der grundsätzliche Tendenz ändert das nichts: Waren „Made in Germany“ sind weltweit beliebt wie nie. Obwohl die Konjunktur in den Euro-Partnerländern weiter schwächelt und die Ausfuhren nach Russland eingebrochen sind, haben die heimischen Autohersteller, Maschinenbauer und anderen Exporteure 2014 den bisherigen Rekord von 2012 nochmals übertroffen. Ökonomen sind überzeugt, dass sich die Erfolgsgeschichte 2015 fortsetzen wird. Die Exporteure profitieren unter anderem vom schwachen Euro.

Zuletzt hatte es immer wieder Kritik gegeben, Deutschland verursache wegen seiner vergleichsweise schwachen Binnennachfrage mit seinem Überschuss wirtschaftliche Ungleichgewichte in der Eurozone. Die EU-Kommission hatte Ende November erklärt, sie nehme weiterhin die großen deutschen Exportüberschüsse unter die Lupe. Die Behörde prüft Ungleichgewichte in den europäischen Volkswirtschaften, um ein Auseinanderdriften der Länder zu verhindern.

Das Thema sorgt seit langem für Zündstoff zwischen Brüssel und Berlin. Während Brüssel von der großen Koalition forderte, die Nachfrage im Inland anzukurbeln und dort zu investieren, hatten Bundesregierung und Bundesbank wiederholt erklärt, sie sähen in den deutschen Exportüberschüssen kein Problem für die Eurozone. Hauptverantwortlich für den höchsten deutschen Exportüberschuss war 2014 nicht der Handel im Euroraum, sondern die Entwicklung des Handels mit Ländern in Übersee.

dpa

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