Ringen um Regeln - Banker warnen vor Gefahren

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Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann (Archivfoto).

Frankfurt - Im Ringen um schärfere Regeln für die Finanzwelt mehren sich die warnenden Stimmen. Manager großer Banken warnten vor Engpässen bei der Kreditvergabe. Die Forderungen der Branche:

Manager von Deutscher Bank und DZ Bank warnten am Donnerstag bei einer Branchentagung in Frankfurt vor möglichen Engpässen bei der Kreditvergabe. Dagegen sehen die Chefs von Commerzbank und HypoVereinsbank (HVB), Martin Blessing und Theodor Weimer, keine drohende Kreditklemme. Unisono forderte die Branche eine bessere Abstimmung der Regeln und lange Übergangsfristen. Auf die Institute kommen milliardenschwere Anforderungen zu. An diesem Sonntag könnten die neuen Kapitalvorgaben (“Basel III“) festgezurrt werden.

“Die Spannungen werden sich erhöhen, wenn Kredite wieder mehr nachgefragt werden und das ganze Regelwerk auf uns einwirkt“, warnte Deutsche-Bank-Vorstand Jürgen Fitschen. “Ich bin noch nicht überzeugt, dass es dann nicht zu Verengungen kommen könnte.“

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Fitschen versicherte: “Das Begehren, Stabilität zu erzeugen, wird von allen geteilt. Die Frage ist nur: Wie?“ Die Banken rechnen nach den neuen Eigenkapitalregeln unter “Basel III“ mit Milliardenbelastungen. Nach letzten Angaben des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) benötigen allein die zehn größten deutschen Institute für die höheren Eigenkapitalquoten zusätzlich 100 Milliarden Euro. Erwartet wird, dass die Banken künftig statt vier Prozent mindestens sechs Prozent Kernkapital vorhalten müssen, das ausschließlich aus Aktien und einbehaltenen Gewinnen bestehen soll.

Commerzbank-Chef Martin Blessing mahnte ein international abgestimmtes Vorgehen bei der Regulierung an. “Ein Tick mehr Abstimmung zwischen den verschiedenen Initiativen würde einfach helfen.“ Der Vorstandsvorsitzende der genossenschaftlichen DZ Bank, Wolfgang Kirsch, sagte: “Der Prozess könnte etwas geordneter ablaufen. Was wir vermissen ist eine Rückmeldung. Da wünscht man sich weniger geheime Kommandosachen und mehr Austausch.“

Strafe für die Institute, die die Krise gut überstanden haben

Kirsch bekräftigte die Forderung, die Sondersituation der Genossenschaftsbanken zu berücksichtigen: “Wir haben eine Einlagensicherung, unsere Sicherungseinrichtung funktioniert, da sind Milliarden in der Kasse.“ Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, Heinrich Haasis, hatte die aktuell diskutierten Regeln am Mittwoch als “viel zu pauschal und viel zu wenig differenziert“ kritisiert. Es würden gerade diejenigen Institute bestraft, die in der Krise nicht auffällig geworden seien.

Nach Einschätzung der DZ Bank werden die höheren Kapitalanforderungen für Banken den Wettbewerb um Kunden anheizen. “Wenn wir die Kunden halten wollen, die Geld anzulegen haben, werden wir gute Preise zahlen müssen“, sagte Kirsch. “Wer nicht in der Lage ist, den Kampf um Einlagen zu gewinnen, wird sich auf der Aktivseite beschränken müssen.“ Der Vorstandsvorsitzende der HVB, Weimer, rechnet hingegen nicht damit, dass die Institute die strengeren Eigenkapitalregeln im Privatkundengeschäft spüren werden.

dpa

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