Weiterhin gute Zahlen vom Arbeitsmarkt

Warme Novembertage verhindern stärkeren Anstieg

Rosenheim - Die Agentur für Arbeit veröffentlicht den Arbeitsmarktreport für November 2015. Dieser zeigt, dass die Arbeitslosenquote zwar steigt, aber mit 2,7 Prozent auf einem niedrigem Niveau bleibt.

„In den letzten Wochen herrschten fast frühlingshafte Temperaturen, sodass die typische saisonale Winterarbeitslosigkeit noch nicht eingesetzt hat. Die Zahl der Arbeitslosen bleibt, trotz eines Anstiegs um 330 gegenüber dem Vormonat, mit 7.710 registrierten Erwerbslosen für einen Novembermonat auf sehr niedrigem Niveau“, so Dr. Nicole Cujai, Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur. Cujai weiter: „Die Arbeitslosenquote stieg nur leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent. Eine Quote, die zuletzt im November 2011 so niedrig war und die zeigt, dass der Arbeitsmarkt weiterhin robust ist. Das Wetter spielte – ähnlich wie im Oktober – mit, so dass in allen Außenberufen des Gartenbaus, der Forstwirtschaft und des Baugewerbes weiter gearbeitet werden konnte. Im Hotel- und Gaststättengewerbe, sowie bei Kuranstalten haben viele Unternehmen im November geschlossen, die Mitarbeiter befinden sich zum Großteil noch in Urlaub, ein Teil wird sich demnächst arbeitslos melden beziehungsweise hat dies bereits getan.“

Trotz der niedrigen Arbeitslosigkeit herrschte viel Betrieb in der Hauptagentur in Rosenheim, sowie in den Geschäftsstellen in Holzkirchen, Bad Tölz und Wolfratshausen. Viele haben sich arbeitsuchend gemeldet, obwohl sie noch in Beschäftigung sind, denn die rechtzeitige Meldung ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Arbeitsuchend Meldung kann online bequem von zu Hause aus erledigt werden, ebenso wie die Antragstellung auf das Arbeitslosengeld I und zwar unter www.arbeitsagentur.de --> eSERVICE.

Es kommen auch immer mehr Asylsuchende, meist mit ihren Helfern, zur Agentur für Arbeit, um sich beraten zu lassen. Dr. Cujai dazu: „Wir möchten in dem Zusammenhang auf zwei Angebote hinweisen: Zum einen bieten wir in Rosenheim Gruppenberatungen für diesen Personenkreis an, der nächste findet am Donnertag, dem dritten Dezember statt. Zum anderen führen wir spezielle Informationsveranstaltungen für Asylhelfer durch, hier ist der nächste Termin am 17.12.2015.“ Eine Anmeldung ist per E-Mail an Rosenheim.126@arbeitsagentur.de notwendig.

Vom 14. Oktober bis 12. November haben sich 2.850 Personen neu oder erneut arbeitslos gemeldet. Das sind 320 mehr als im Vormonat, und 185 mehr als im November letzten Jahres. Gleichzeitig haben sich 2.510 Männer und Frauen wieder aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet, 600 weniger als im Vormonat aber 120 mehr als im November des letzten Jahres. Nicht alle Personen melden sich in Arbeit ab, sondern es spielen sonstige Gründe eine Rolle, wie zum Beispiel der Beginn einer Weiterqualifizierung, Erkrankung oder der Eintritt in die Rente.

Die Arbeitslosen werden je nach ihrem Leistungsanspruch entweder von der Arbeitsagentur oder den Jobcentern betreut. Die Arbeitsagentur ist derzeit für 4.240 Arbeitslose zuständig, ein Plus zum Vormonat um 270 Personen. Von den vier Jobcentern (einschließlich der Optionskommune Miesbach) werden 3.470 Arbeitslose betreut, das sind 60 Personen mehr als im Vormonat.

Mitte Dezember waren insgesamt 580 arbeitslose Schwerbehinderte gemeldet. Dr. Cujai zu diesem Personenkreis: „Die Lage der Schwerbehinderten wollen wir mit der deutschlandweiten „Woche der Menschen mit Behinderung“ Anfang Dezember näher in den Fokus rücken. Unsere Spezialisten vom Reha-Team werden mit Kolleginnen und Kollegen des Arbeitgeber-Service einzelne Betriebe besuchen. Wir wollen damit Ängste und Vorbehalte abbauen, damit Arbeitgeber dem Personenkreis der Schwerbehinderten eine Chance geben.“

Ein Blick auf die Stellensituation: Am 12. November gab es im Fachverfahren der Agentur für Arbeit insgesamt 3.690 Stellenangebote. Die meisten, nämlich 3 460, sind sozialversicherungspflichtig. In diesem Monat haben die Vermittlungsfachkräfte des Arbeitgeber-Service 1.220 neue Stellen entgegen genommen, ein Plus von 260 gegenüber dem Vorjahr. In einigen Bereichen hat sich die so genannte Vakanz-Zeit bei der Stellenbesetzung verlängert. So laufen manche Stellenangebote bereits seit sechs Monaten und länger, ein Zeichen dafür, dass in bestimmten Wirtschaftsbereichen oder bei einzelnen Berufsgruppen ein deutlicher Fachkräftebedarf herrscht, der zurzeit aus dem gemeldeten Potenzial nicht gedeckt werden kann.

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • In der Stadt Rosenheim ist die Zahl der Arbeitslosen mit 1.504 Betroffenen gegenüber dem Vormonat um insgesamt zwölf Personen gestiegen. Die Arbeitslosenquote ist mit 4,5 Prozent um 0,1 Prozentpunkte höher als im Vormonat. Von den betroffenen Personen werden derzeit 562 (minus zwei) von der Arbeitsagentur in Rosenheim betreut. Die Zahl der durch das Jobcenter Rosenheim Stadt betreuten Kunden hat sich um 14 auf 942 erhöht.
  • Der Landkreis Rosenheim  weist eine Arbeitslosenquote von 2,4 Prozent (Vormonat: 2,3) auf. Hier sind mit 3.256 erwerbslosen Personen 132 mehr gemeldet als im Oktober. Von den Beschäftigungslosen werden 1.869 Personen durch die Arbeitsagentur in Rosenheim betreut, 73 mehr als im Oktober. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim ist für 1.387 Frauen und Männer zuständig, 59 mehr als im Vormonat.
  • Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen verzeichnet ein Plus (54) bei der Arbeitslosigkeit auf 1.600 gemeldete Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote hat sich von 2,3 auf 2,4 Prozent erhöht. Die Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen betreuen insgesamt 981 Erwerbslose, 65 mehr als im Vormonat. Das Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen kümmert sich um 619 arbeitslos gemeldete SGB II – Kunden (minus elf gegenüber dem Vormonat).
  • Im Landkreis Miesbach beträgt die Arbeitslosenquote 2,6 Prozent (Vormonat 2,4 Prozent). Hier sind derzeit 1.351 Personen erwerbslos gemeldet, 131 mehr als im Vormonat. 829 Männer und Frauen werden von der Agentur für Arbeit in Holzkirchen betreut, 131 mehr als im Oktober. Das Jobcenter in Miesbach verzeichnet bei der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat einen Gleichstand, aktuell sind 522 SGB II – Kunden als arbeitslos gemeldet.

Allgemeine Hinweise:

  • Ab Berichtsmonat Mai 2015 wurden die Bezugsgrößen zur Berechnung der Arbeitslosenquote aktualisiert.
  • Seit Berichtsmonat März 2011 ist die statistische Berichterstattung zu Arbeitslosigkeit und Arbeitsuche auf eine integrierte Datenbasis umgestellt. Die Daten aus VerBIS und XSozial werden in den Statistik-IT-Verfahren nun so zusammengeführt, dass ein zutreffender Verlauf der einzelnen Arbeitslosigkeitsperioden zugrunde gelegt wird – auch dann, wenn Arbeitslose in einen anderen Trägerbezirk wechseln. Insbesondere können durch das neue Verfahren Doppelerfassungen von Arbeitslosen vermieden werden

Pressemeldung Agentur für Arbeit

Rubriklistenbild: © dpa

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