Landkreis: Mehr offene Ausbildungsstellen als Bewerber!

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Rosenheim - Die Agentur für Arbeit Rosenheim meldet für April eine gesunkene Arbeitslosenquote. Auch viele Ausbildungsstellen sind noch frei!

„Innerhalb eines Monats (Zeitraum 14. März bis 12. April) haben sich insgesamt 3.370 Personen, 330 mehr als im Vormonat, bei der Agentur für Arbeit abgemeldet“, so Harald Neubauer, Leiter der Rosenheimer Arbeitsagentur zur aktuellen Entwicklung.

Neubauer erklärt weiter: „Die Gründe, warum sich Arbeitslose abmelden, können sehr unterschiedlich sein, am erfreulichsten ist es natürlich wenn die Betroffenen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit beenden. Von Mitte März bis Mitte April haben über 2.000 eine Erwerbstätigkeit aufgenommen und sind deshalb aus der Arbeitslosenstatistik gefallen. Das sind immerhin 36 Prozent oder 540 mehr als im vorangegangenen Berichtszeitraum."

Sinkende Arbeitslosenquote

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"Da die Neuzugänge insgesamt unter den Abmeldungen lagen, ist die Zahl der Arbeitslosen gesunken und zwar auf 8 470 (Vormonat 9 340; Vorjahr 8 840). Wir erreichen damit im Agenturbezirk – Stadt Rosenheim, Landkreise Rosenheim, Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen – in einem Monat April den niedrigsten Stand bei der Arbeitslosigkeit seit 20 Jahren“, berichtet Neubauer.

Die Arbeitslosenquote ist von 3,4 Prozent im März auf 3,1 Prozent zurück gegangen. Die niedrigste Arbeitslosenquote hat derzeit der Landkreis Rosenheim mit 2,8 Prozent.

Der Agenturleiter sagt zum Rückgang der Arbeitslosenzahlen: „Ich hatte eigentlich in einigen Branchen mit einem noch deutlicheren Rückgang gerechnet. Insbesondere der Bereich Tourismus mit den Hotel- und Gaststättenberufen hat nicht in dem erwarteten Umfang das Stammpersonal wieder eingestellt. Gleichzeitig liegen aber bereits Stellenangebote aus der Gastronomie vor. Hier dürfte sich also im nächsten Monat noch einiges bewegen. Die Bauwirtschaft scheint ebenfalls noch nicht in allen Gegenden auf Hochtouren zu laufen. Hier sind zwar entsprechende Abmeldungen erfolgt, aber ein Teil der Mitarbeiter wartet nach wie vor auf die baldige Wiedereinstellung, oder auf die Zusage von einem neuen Arbeitgeber.“

Stellenmarkt in der Region

Trotz des sich abzeichnenden Fachkräftemangels sind viele Arbeitgeber nicht bereit, von ihren Idealvorstellungen abzurücken, was ein Bewerber „können“ oder „haben“ sollte.

Neubauer führt dazu aus: „Sobald mehrere Vermittlungshemmnisse, wie längere Phasen der Arbeitslosigkeit, keine oder eine nicht mehr verwertbare Berufsausbildung, fortgeschrittenes Alter, gesundheitliche Einschränkungen, fehlende Mobilität (kein Auto, kein Führerschein), Betreuungssituation für die Kinder etc. zusammen kommen, wird die Integration in den ersten Arbeitsmarkt immer schwieriger. Eine exakte Passgenauigkeit wäre zwar wünschenswert, lässt sich aber kaum realisieren. Ich kann nur alle Arbeitgeber ermuntern: Reden Sie mit meinen Vermittlungsfachkräften vom Arbeitgeberservice, es gibt verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten und Qualifizierungsprogramme.“

Die Stellensituation entwickelt sich weiterhin positiv. Im Berichtszeitraum gingen bei der Agentur für Arbeit Rosenheim 1.120 Stellenangebote ein, darunter 1.053 sozialversicherungspflichtige. Am Stichtag 12. April gab es noch 3.160 Stellen, darunter 3.000, die der Sozialversicherungspflicht unterliegen.

Nach wie vor ist der Bedarf an Fachkräften groß und kann durch die bei der Agentur für Arbeit Rosenheim gemeldeten Bewerber nicht ausreichend gedeckt werden. „Aus diesem Grund qualifizieren sowohl Arbeitsagentur als auch die Jobcenter die Bewerber im Hinblick auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes“, erklärt Neubauer.

Zahlreiche freie Ausbildungsplätze

„Im Agenturbezirk steht derzeit rein statistisch jedem Bewerber eine offene Ausbildungsstelle gegenüber“, kommentiert der Rosenheimer Agenturleiter. „Natürlich bedeutet das nicht, dass es auch 1:1 aufgeht und jeder Bewerber seine Stelle schon sicher in der Tasche hat“, räumt Neubauer ein.

„1.350 Bewerber waren im April noch unversorgt, das heißt, sie haben bis dato keinen Ausbildungsplatz gefunden und/oder die Bewerbungen laufen noch. Gleichzeitig gibt es noch 1.470 offene Lehrstellen. In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass am 7. Mai der deutschlandweite Tag des Ausbildungsplatzes stattfindet, an dem Vermittlungs- und Beratungsfachkräfte der Arbeitsagenturen ausschwärmen, um für das Thema Ausbildung zu werben. Wir möchten die Arbeitgeber sensibilisieren und über den Bewerbermarkt aufklären (Stichwort: Demografie), gleichzeitig möchten wir für schulisch schwächere Bewerber Hürden abbauen."

"Denn der Übergang von der Schule in den Beruf, genauer in die Ausbildung ist gerade für diesen Personenkreis im Hinblick auf die spätere Arbeits- und Lebenslaufbahn extrem wichtig", führt Harald Neubauer aus. "Darüber hinaus organisieren wir am 11. Mai eine große Ausbildungsmesse mit Berufen rund ums Auto. Das BIZ ist an diesem Freitagnachmittag ebenfalls geöffnet und Berufsberater stehen für Kurzgespräche bereit. Also nutzt die Möglichkeit zur Information!“

Entwicklung in den Landkreisen

In der Stadt Rosenheim ist die Zahl der Arbeitslosen mit 1.627 Betroffenen gegenüber dem Vormonat um 44 Personen zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote ist auf 5,1 Prozent gesunken. Von den betroffenen Personen werden derzeit 573 (minus 76) im SGB III – Bereich von der Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut. Die Zahl der durch das Jobcenter Rosenheim Stadt betreuten Kunden im SGB II – Bereich ist mit 1.054 gegenüber dem Vormonat gestiegen (plus 32).

Der Landkreis Rosenheim weist eine Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent auf. Hier sind mit 3.584 erwerbslosen Personen, 386 weniger gemeldet als im März. Von den Beschäftigungslosen werden 1 903 Personen durch die Hauptagentur in Rosenheim (SGB III) betreut, 426 weniger als im März. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim (SGB II) ist für 1.681 Frauen und Männer zuständig, 40 mehr als im Vormonat.

Pressemeldung der Agentur für Arbeit Rosenheim

Rubriklistenbild: © dpa

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