Mehr Jugendliche arbeitslos

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Rosenheim - Die Arbeitslosenquote bleibt gleich gut - bei 2,9 Prozent. Allerdings sind immer mehr Jugendliche arbeitssuchend. Hier finden sie die aktuellen Zahlen:

Dr. Nicole Cujai, Leiterin der Agentur für Arbeit Rosenheim, zur aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt: „Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juli erwartungsgemäß leicht angestiegen (plus 125). Betroffen davon sind nicht alle Personengruppen gleichermaßen, sondern hauptsächlich junge Menschen unter 25 Jahren. Bei dieser Personengruppe mussten wir sogar ein Plus von 200 oder 32,5 Prozent verzeichnen.“ Cujai weiter: „Ende Juni/Anfang Juli enden viele schulische und betriebliche Ausbildungen. Bei einer betrieblichen Ausbildung ist es ja rechtlich so, dass das Ausbildungsverhältnis mit Bestehen der Abschlussprüfung endet. Da nicht alle Jugendlichen von ihrem Ausbildungsbetrieb in ein Arbeitsverhältnis übernommen werden, melden sich diese jungen Leute hier bei der Agentur für Arbeit arbeitslos, denn sie suchen einen neuen Arbeitgeber, bei dem sie ihr gelerntes Wissen einbringen können. Ich möchte dies zum Anlass nehmen, an die Personalverantwortlichen in den Betrieben zu appellieren: Schauen Sie sich diese frisch ausgebildeten Fachkräfte an, auch wenn sie noch keine Berufserfahrung haben, können sie wertvolle Mitarbeiter gerade für ihr Unternehmen sein oder noch werden.“

Insgesamt haben sich im Berichtszeitraum vom dreizehnten Juni bis elften Juli 2 430 Männer und Frauen neu oder erneut arbeitslos gemeldet, davon 550 junge Menschen unter 25 Jahren. Fast 300 waren vor ihrer Meldung in betrieblicher oder schulischer Ausbildung. Zum Stichtag (11. Juli) wurden insgesamt 830 (Vormonat 630, Vorjahr 790) Arbeitslose in dieser Altersklasse erfasst.

Alles in Allem stieg die Zahl der Arbeitslosen von 7 970 auf 8 100 an. Die Arbeitslosenquote bleibt unverändert bei 2,9 Prozent (Vormonat und Vorjahr ebenfalls 2,9 Prozent).

Die Agenturleiterin dazu: „Diese gleichbleibende Arbeitslosenquote bedeutet aber nicht Stillstand auf dem regionalen Arbeitsmarkt. Natürlich ist es so kurz vor den Sommerferien in Bayern etwas „ruhiger“, denn Neueinstellungen werden häufig auf den Herbst geschoben, gleichwohl haben sich bei den Agenturen für Arbeit in Rosenheim, Holzkirchen, Bad Tölz und Wolfratshausen, sowie den Jobcentern in Stadt und Landkreis Rosenheim, Landkreis Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen innerhalb eines Monats insgesamt 2 310 Personen, in etwa so viele wie im Vormonat, aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet.

Ein Blick auf die Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen: Die Gesamtzahl der Arbeitslosen wird in zwei „Rechtskreisen“ ausgewiesen, je nachdem, wer für die Betreuung zuständig ist. Von der Agentur für Arbeit in Rosenheim und deren Geschäftsstellen wurden im Juli nach dem Rechtskreis SGB III insgesamt 4 410 Personen betreut (= Arbeitslose, die Anspruch auf das Arbeitslosengeld I aus ihrer letzten Beschäftigung oder Ausbildung haben, sowie diejenigen, die keinerlei finanzielle Leistungen bekommen). Im Vergleich zu Juni sind das 150 Arbeitslose mehr.

Bei den Kunden, die von den zuständigen Jobcentern im Rechtskreis SGB II betreut werden, ist die Entwicklung zum Vormonat vergleichsweise positiv verlaufen. Mit aktuell 3 690 Personen sind es über zwanzig erwerbsfähige Leistungsberechtigte weniger als noch im Juni. Der moderate Anstieg der Arbeitslosigkeit geht also ausschließlich zu Lasten des SGB III-Bereiches.

Cujai zur Ausbildungssituation: „Die aktuellen Zahlen belegen, dass noch nicht alle Jugendlichen, die eine betriebliche Ausbildung anstreben, für den Herbst schon eine Lehrstelle gefunden haben. Aber ich möchte alle Jungen und Mädchen ermuntern, sich weiter zu bewerben, denn es sind noch viele Ausbildungsstellen offen. Manchmal lässt sich vielleicht nicht mehr der vermeintliche „Traumberuf“ realisieren, aber eine gute Alternative kann ebenso viel Spaß machen und sich später als die richtige Entscheidung herausstellen. Sprechen sie mit unserer Berufsberatung! Zurzeit sind noch 700 Jugendliche auf Ausbildungsplatzsuche. Gleichzeitig gibt es über 1 100 offene Ausbildungsstellen (Stadt und Landkreis Rosenheim: 670; Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: 220; Landkreis Miesbach: 210).

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

In der Stadt Rosenheim ist die Zahl der Arbeitslosen mit 1 596 Betroffenen gegenüber dem Vormonat um 40 Personen gestiegen. Die Arbeitslosenquote hat sich auf 4,9 Prozent erhöht. Von den betroffenen Personen werden derzeit 628 (plus 29) im SGB III – Bereich von der Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut. Auch die Zahl der durch das Jobcenter Rosenheim Stadt betreuten Kunden im SGB II – Bereich ist mit 968 gegenüber dem Vormonat gestiegen (plus 11).

Der Landkreis Rosenheim weist eine Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent auf. Hier sind mit 3 370 erwerbslosen Personen 70 mehr gemeldet als im Juni. Von den Beschäftigungslosen werden 1 986 Personen durch die Hauptagentur in Rosenheim (SGB III) betreut, 76 mehr als im Juni. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim (SGB II) ist für 1 384 Frauen und Männer zuständig, sechs weniger als im Vormonat.

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen verzeichnet mit 1 865 gemeldeten Arbeitslosen eine Abnahme (minus sechs) bei der Arbeitslosigkeit. Die Quote ist mit 2,9 Prozent gleich geblieben. Die Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen betreuen insgesamt 1 065 Erwerbslose, 29 mehr als im Vormonat. Das Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen kümmert sich um 800 SGB II – Kunden (minus 35 gegenüber dem Vormonat).

Im Landkreis Miesbach beträgt die Arbeitslosenquote – wie im Vormonat – 2,5 Prozent. Hier sind derzeit 1 265 Personen erwerbslos gemeldet, 21 mehr als im Vormonat. 727 Männer und Frauen werden von der Agentur für Arbeit in Holzkirchen betreut, 14 mehr als im Juni. Die optierende Kommune verzeichnet bei der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat ein Plus von sieben Betroffenen, aktuell sind 538 SGB II – Kunden als arbeitslos gemeldet.

Pressemitteilung Bundesagentur für Arbeit

Rubriklistenbild: © dpa

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