Winterwetter hält Arbeitsmarkt im Griff

Rosenheim - Wegen der Schneefälle im Februar ist die Zahl der Arbeitslosen angestiegen - allerdings nur leicht. Lesen Sie hier die Arbeitslosenzahlen des Landkreises:

„Das anhaltende Winterwetter, mit zum Teil ergiebigen Schneefällen, hat uns im Februar einen weiteren Anstieg der Arbeitslosenzahlen beschert, allerdings nur einen leichten“, so Jakob Grau, Geschäftsführer operativ und stellvertretender Leiter der Rosenheimer Arbeitsagentur. „Zum Statistikstichtag am 13. Februar waren in unserem Agenturbezirk, der die kreisfreie Stadt Rosenheim, sowie die Landkreise Rosenheim, Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, 10.260 Menschen arbeitslos gemeldet. Das bedeutet ein Plus zum Vormonat von 240 und zum Vorjahr von 350 Arbeitslosen. Ein Blick auf die langjährige Entwicklung der Arbeitslosigkeit - jeweils der Monat Februar betrachtet – zeigt aber, dass 10.260 Erwerbslose den zweitniedrigsten Wert der letzten zwanzig Jahre bilden (am niedrigsten war der Februar 2012 mit 9910). Dies belegt die weiterhin gute Lage auf dem Arbeitsmarkt.“

Arbeitslosenquote erhöhte sich leicht

Hier können Sie dia Zahlen für die Rgeion nachlesen:

- Eckwerte der Lankreise: Rosenheim, Miesbach, Traunstein, Bad Tölz-Wolfratshausen

- Eckwerte Februar (gesamt)

- Karte Arbeitsmarktreport

Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Punkte auf 3,8 Prozent. Grau dazu: „Obwohl die Zahl der Arbeitslosen weiter angestiegen ist, liegen wir mit dieser guten Quote von unter vier Prozent, weiterhin auf einem stabilen Gesamtniveau. Hier macht sich einmal mehr der gesunde Mix aus unterschiedlichsten Branchen und Betrieben, von denen viele Wetter unabhängig arbeiten, bemerkbar.“

Im Berichtszeitraum (16. Januar bis 13. Februar) lag die Zahl der Neuzugänge aus Erwerbstätigkeit bei 1410 Personen. Diese Zugangsdaten liegen somit im Vorjahresvergleich sogar noch um 60 Personen günstiger. Auch dies ist als positives Zeichen zu sehen, denn die Betriebe, die saisonal unabhängig sind, halten ihr Personal, beziehungsweise entlassen nur im Rahmen der natürlichen Fluktuation. Im gleichen Zeitraum konnten 960 Abgänge aus der Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit verzeichnet werden, sogar 80 mehr als im Februar des letzten Jahres. Die insgesamt relativ niedrige Zahl an Arbeitsaufnahmen ist der Jahreszeit und der Witterung angepasst und spiegelt die „Winterruhe“ auf dem Arbeitsmarkt wider.

Grau weiter: „Ich gehe davon aus, dass mit Einsetzen des Frühlingswetters auch die Bautätigkeit wieder aufgenommen wird und die „Außenberufler“ von ihren angestammten Betrieben zurückgerufen werden, das heißt, dass der Großteil wieder beim bisherigen Arbeitgeber anfangen kann.“

Von Mitte Januar bis Mitte Februar haben die Arbeitsvermittler insgesamt 910 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen entgegengenommen, zwar deutlich mehr als im Vormonat (plus 215), aber gleichzeitig deutlich weniger als im Februar des letzten Jahres (minus 260).

Die rein zahlenmäßige Gegenüberstellung von Arbeitslosen zu gemeldeten Arbeitsstellen ergibt für einzelne Berufsbereiche folgendes Bild:

Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit: 1930 Arbeitslose, 255 Stellen

kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus: 1810 Arbeitslose zu 500 Stellen

Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung: 870 Arbeitslose zu 490 Stellen

Frachkräftemangel im Bereich der Altenpflege

Im zuletzt genannten Bereich ist also die Relation Arbeitslose zu Stellen am günstigsten. „Und das kommt nicht von ungefähr“, so Grau. „Im Bereich der Pflege und hier im Besonderen im Bereich der Altenpflege macht sich der eklatante Fachkräftemangel mittlerweile deutlich bemerkbar. Wir, die Bundesagentur für Arbeit, starten daher mit einer „Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege“, das heißt: Wir können – sobald die Gesetzesänderung in Kraft ist – im vollen Umfang drei Jahre eine Umschulung fördern. Der nächste Kurs beginnt vorgezogen zum ersten Juni, Ausbildungsort zu diesem Termin ist München. In Rosenheim wird die Ausbildung zur Altenpflegerin, beziehungsweise zum Altenpfleger auch in Teilzeit angeboten.

Viele Menschen haben ja im persönlichen Umfeld schon Erfahrungen gemacht mit der Pflege eines nahen Angehörigen: Jetzt gibt es die Möglichkeit, dies auch beruflich umzusetzen. Angesichts der demographischen Entwicklung in der Gesellschaft ist das eine Tätigkeit mit sicherer Perspektive.

Der Arbeitsmarkt -  In den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent. Derzeit sind 1 811 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 74 auf 854. Für 957 SGB II-Kunden, 14 mehr als im Januar, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig.

Der Landkreis Rosenheim hat aktuell mit 3,5 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk. Hier sind 2940 Männer und Frauen bei der Rosenheimer Arbeitsagentur gemeldet, 111 mehr als im Vormonat. Darüber hinaus kümmert sich das Jobcenter Landkreis Rosenheim um 1496 erwerbslose SGB II-Kunden (29 weniger als im Januar). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt demzufolge bei 4436.

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Januar aktuell eine Arbeitslosenquote von 3,6 Prozent aus. Das entspricht 2249 beschäftigungslosen Bürgern. Davon sind 1458 Männer und Frauen, 45 mehr als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 791 (15 mehr als im Januar) werden vom Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen betreut.

Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1761 Bürger ohne Erwerbstätigkeit, was einer Quote von 3,6 Prozent entspricht. Davon sind 1256 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 19 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als "zugelassener kommunaler Träger" (optierende Kommune) zuständig. Deren Jobcenter betreut 505 Arbeitslose, 13 weniger als im Januar.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Rosenheim

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