Arbeitsmarkt bleibt stabil - trotz Hochwasser

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Rosenheim - Trotz des Hochwassers kam es im Juni nicht zu größeren Arbeitsausfällen. Die Arbeitslosenquote ging sogar auf 2,9 Prozent zurück.

„Wir sind sehr froh, dass das Hochwasser hier in der Region nicht zu größeren Arbeitsausfällen geführt hat. Einige Firmen waren zwar von den Überschwemmungen betroffen und hatten sich daher bei uns wegen Kurzarbeit erkundigt, letztendlich haben aber bislang nur wenige auf Grund dieses Ereignisses tatsächlich Kurzarbeit beantragt. Die Wetterkapriolen – mal Dauerregen, dann wieder starke Hitze - sind auch für das Hotel- und Gaststättengewerbe und damit den gesamten Tourismus nicht einfach. Die Konsequenz davon ist, dass weniger Arbeitslose als sonst um diese Zeit üblich eine Beschäftigung im Gastgewerbe aufgenommen haben.

Gleichzeitig meldeten die Hotels, Sanatorien, Kur- und Gastronomie-Betriebe weniger Stellen“, so Nicole Cujai, Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur. Cujai weiter: „Ansonsten hat der Frühjahrsaufschwung den Arbeitsmarkt erreicht. Fast alle Branchen profitieren davon und stehen weiterhin auf wirtschaftlich stabilen Füßen. Industrie, Handwerk und Dienstleistung bieten immer noch ein breites Spektrum an offenen Stellen an, auch wenn die Stellenmeldungen etwas verhaltener ausfallen als noch vor einem Jahr.“

Hier finden Sie die Arbeitsmarktzahlen im Überblick:

Den 7 970 Arbeitslosen stehen aktuell 2560 Arbeitsangebote, davon fast 2380 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen, gegenüber. Bei zurückgehenden Arbeitslosenzahlen wird es allerdings immer schwieriger, passgenaue Bewerber für die gemeldeten Stellen zu finden. Die meisten Arbeitslosen gibt es zahlenmäßig derzeit im zusammengefassten Berufsbereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit, Reinigung. Hier stehen den 1620 Erwerbslosen lediglich 250 Stellen gegenüber. Auch der große Bereich kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb und Tourismus hat 1580 Männer und Frauen als arbeitslos gemeldet, für sie steht ein Stellenpool von 460 bereit. Sehr ungünstig ist die Lage bei arbeitslosen Geisteswissenschaftlern, beziehungsweise für den Kultur- und Gestaltungsbereich. Hier gibt es im gesamten Agenturbezirk für 230 arbeitslose Menschen lediglich 26 offene Stellen.

Dr. Cujai zu diesen Diskrepanzen: „Hinter jeder Zahl steht ein Mensch, mit seinem individuellem persönlichem und beruflichem Schicksal. Das entscheidende ist, im gemeinsamen Gespräch die Stärken heraus zu filtern und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt auszuloten und - falls notwendig - mit entsprechenden Instrumenten zu unterstützen. Wir möchten dazu in den Dialog mit den Arbeitgebern treten, denn in erster Linie muss die Person in den Betrieb und in das Team passen, fehlende berufliche Kenntnisse lassen sich gegebenenfalls nachholen.

Daher richtet sich mein Aufruf an die Arbeitgeber und Personalentscheider: Meldet der Agentur für Arbeit die freien Arbeitsstellen. Unsere Vermittlungsfachkräfte vom Arbeitgeber-Service können Sie beraten, auch im Hinblick auf mögliche Besetzungsketten. Gemeint ist damit, dass eventuell eine Hilfskraft zur Fachkraft weitergebildet wird und dafür ein Helfer, oder junger Facharbeiter, dem die Berufspraxis fehlt, nachrücken kann.“

Bei den Agenturen für Arbeit in Rosenheim, Holzkirchen, Bad Tölz und Wolfratshausen, sowie den Jobcentern in Stadt und Landkreis Rosenheim, Landkreis Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen haben sich innerhalb eines Monats (Zeitraum 14.Mai – 12. Juni) insgesamt 2300 Personen, 710 weniger als im Vormonat, abgemeldet. Gleichzeitig haben sich fast 2000 neu oder erneut arbeitslos gemeldet, 360 weniger als im Vormonat. Erfreulich ist, dass im Rechtskreis des Sozialgesetzbuches II, also bei den Arbeitslosen, die häufig schon seit längerer Zeit arbeitslos sind und von den Jobcentern betreut werden, 230 Menschen im Berichtszeitraum eine Erwerbstätigkeit aufnehmen konnten. Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

In der Stadt Rosenheim ist die Zahl der Arbeitslosen mit 1556 Betroffenen gegenüber dem Vormonat um 35 Personen zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote ist auf 4,7 Prozent gesunken. Von den betroffenen Personen werden derzeit 599 (minus 25) im SGB III – Bereich von der Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut. Die Zahl der durch das Jobcenter Rosenheim Stadt betreuten Kunden im SGB II – Bereich ist mit 957 gegenüber dem Vormonat zurückgegangen (minus 10).

Der Landkreis Rosenheim weist eine Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent auf. Hier sind mit 3300 erwerbslosen Personen, 155 weniger gemeldet als im Mai. Von den Beschäftigungslosen werden 1910 Personen durch die Hauptagentur in Rosenheim (SGB III) betreut, 117 weniger als im Mai. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim (SGB II) ist für 1390 Frauen und Männer zuständig, 38 weniger als im Vormonat.

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen verzeichnet mit 1 871 gemeldeten Arbeitslosen eine Abnahme (minus 41) bei der Arbeitslosigkeit. Die Quote hat sich hier auf 2,9 Prozent verringert. Die Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen betreuen insgesamt 1 036 Erwerbslose, 45 weniger als im Vormonat. Das Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen kümmert sich um 835 SGB II – Kunden (minus vier gegenüber dem Vormonat).

Im Landkreis Miesbach beträgt die Arbeitslosenquote 2,5 Prozent (minus 0,1 Prozentpunkte zum Vormonat). Hier sind derzeit 1 244 Personen erwerbslos gemeldet, 75 weniger als im Vormonat. 713 Männer und Frauen werden von der Agentur für Arbeit in Holzkirchen betreut, 79 weniger als im Mai. Die optierende Kommune verzeichnet bei der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat ein Plus von vier Betroffenen, aktuell sind 531 SGB II – Kunden als arbeitslos gemeldet.

Pressemeldung Agentur für Arbeit Rosenheim

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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