Rosenheim: Attraktiver Wirtschaftsstandort 

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Mittertor

Rosenheim - Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer zeigt sich sichtlich begeistert von den positiven Veränderungen in der Stadt Rosenheim. Aber es bleibt noch Raum für Verbesserungen.

"Mit der Landesgartenschau gewinnt Rosenheim noch mehr an Attraktivität", sagt Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer. Das Gesicht der Stadt habe sich in den vergangenen Jahren zum Positiven verändert. Die Neugestaltung des Ludwigplatzes zähle dazu, der Umbau des Bahnhofs werde die Stadt noch weiter nach vorn bringen.

Die Oberbürgermeisterin versucht nun neue Projekte und Ideen gemeinsam mit den Immobilieneigentümern der Innenstadt sowie den Unternehmern und Vertretern des Einzelhandels zu entwickeln. Professionelle Hilfe kommt dabei von der CIMA GmbH, ein Unternehmen, das sich um Stadtplanung und Entwicklung kümmert.

Das Interesse am Vortrag ist sehr groß, der große Sitzungssaal im Rathaus ist gefüllt bis auf den letzten Platz. Seit zehn Jahren arbeitet die Stadt bereits mit der CIMA zusammen. "Wir haben bei einer Untersuchung festgestellt, das ein Shoppingcenter am Bahnhof keine nachhaltige Strategie ist", sagt Christian Hörmann, Diplom-Geograph bei der CIMA.

Innenstadt ist der Motor des Einzelhandels

Man wolle für Rosenheim den Stellenwert der Altstadt in den kommenden Jahren in den Mittelpunkt rücken. Und großes Potential in der City ist laut den aktuellen Zahlen durchaus vorhanden. Die Verkaufsfläche des Einzelhandels ist zwar von 2006 auf 2009 um rund 7000 Quadratmeter geschrumpft, dafür ist der Umsatz auf 662 Millionen Euro im vergangenen Jahr gestiegen. Ein Zuwachs von 45 Millionen Euro im Vergleich zu 2006.

Zu den Gewinnern zähle die Bekleidungsindustrie sowie der Lebensmittelhandel, Verlierer seien Möbelanbieter und Heimtextilienwaren. Auffallend sei auch der starke Umsatzrückgang bei den großen Kaufhäusern, dagegen hätten Discounter und Elektromärkte um mehr als 100 Prozent dazugewonnen.

Bilder von der Innenstadt

Innenstadt von Rosenheim

"Für die Kunden wird die Atmosphäre beim Einkaufen immer wichtiger. Kunden kaufen kein Produkt, Kunden kaufen Emotionen", sagt Hörmann. Der visuelle Eindruck, die Vermarktung des Produkts, entscheide daher über den Kauf der Ware.

"Das klassische Kaufhaus hat wohl ausgedient." Der Kunde wolle eine gute Beratung und Wohlfühlatmosphäre beim Einkaufen.

Man wolle gemeinsam mit der Stadt daran arbeiten, noch mehr Markenläden für die Innenstadt zu gewinnen. Denn die seien nach den jüngsten Entwicklungen die Zugmaschine des Einzelhandels. 

Rosenheim verfügt über eine starke Kaufkraft 

Rosenheim steht auf einem guten dritten Platz beim Einkommensranking, hinter dem Landkreis Starnberg und München. Durch die Landesgartenschau werde nach Schätzungen der Verwaltung der Zufluss der Kaufkraft um 15 bis 20 Millionen Euro zunehmen. 600.000 bis 800.000 Besucher werden erwartet. Laut Prognose wächst die Stadt bis 2025 um drei Prozent auf rund 63.000 Einwohner.

Einziger Wehrmutstropfen: Die Hotelbranche. Zwar sind laut Statistik die Übernachtungen von 2003 bis 2008 um 40 Prozent gestiegen. "Wir wissen aber, dass wir im Zentrum noch mehr Hotels für Gäste bauen müssen, sagt Oberbürgermeisterin Bauer. Die Gespräche zwischen Stadt, Immobilieneigentümern und Wirtschaft sollen fortgesetzt werden.

Stefan Forster    

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