Region: 44 Schlecker-Frauen fanden neue Arbeit

Rosenheim - Nach der Schleckerpleite wurden 75 Mitarbeiterinnen in der Region arbeitslos. Jetzt zog die Agentur für Arbeit eine erste Bilanz zum Vermittlungserfolg. *NEU: mit O-Ton*

„Entscheidend ist und bleibt die Flexibilität, dann steht, beziehungsweise stand einer Arbeitsaufnahme nichts im Wege!“ Mit diesen Worten zieht Harald Neubauer, Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim nach einem halben Jahr eine kurze Schlecker-Zwischenbilanz. Neubauer weiter: „Bei der ersten Kündigungswelle im April/Mai sah es bei uns in der Region nicht so dramatisch aus wie anderswo."

Harald Neubauer bei Radio Charivari:

O-TON

Insgesamt 67 Schlecker-Frauen seien damals in der Stadt Rosenheim, sowie in den Landkreisen Rosenheim, Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen freigesetzt worden. Die meisten von ihnen waren gerne bei Schlecker. Sie hatten häufig nur einen kurzen Weg zu ihrer Arbeit, denn die Drogeriemarkt-Kette war ja fast an jedem Ort präsent. Auch die Arbeitszeitmodelle variierten, das heißt, nicht alle arbeiteten ganztags, sondern ein Drittel war in Teilzeit beschäftigt und konnte so Familie und Beruf gut vereinbaren.

Auch in punkto Qualifikation war Schlecker flexibel, denn so manche Mitarbeiterin hatte keine Ausbildung in Richtung Drogerie-/Kosmetikartikelverkauf, sondern war Quereinsteigerin. Der Agenturleiter in der Rückschau: „Bei einigen keimte neue Hoffnung auf, als sie ein 'Weiterbeschäftigungsangebot' bei einer anderen Filiale bekamen. Leider folgte dann aber Anfang Juni die zweite Kündigungswelle mit insgesamt 75 Betroffenen. Da zu diesem Zeitpunkt der Ausverkauf von den bereits gekündigten Schlecker-Mitarbeiterinnen zu schultern war, gingen wir einen ganz neuen Weg! Unsere Arbeitsvermittler sind in die Filialen gefahren, haben die persönlichen Daten aufgenommen und feste Termine vereinbart. Für dieses Krisenmanagement haben wir viel Lob geerntet.“

Neue Anstellungen in Bäckereien oder Lebensmittelhandel

Wie sieht es nun im Oktober aus? Neubauer dazu: „Ich informiere mich laufend über den aktuellen Stand der Dinge. Es freut mich sehr, dass beide Seiten, das heißt sowohl der Handel hier in der Region, als auch die ehemaligen Schlecker-Mitarbeiterinnen flexibel auf die Situation reagiert haben. Viele fanden wieder im Verkauf eine neue Anstellung, oft auch in anderen fachlichen Richtungen wie zum Beispiel im Lebensmittelhandel, bei größeren Bäckereien oder allgemein im Verkauf. So konnte zum Beispiel eine ausgebildete Friseurin, die als Quereinsteigerin in den Verkauf kam und elf Jahre bei Schlecker beschäftigt war, von unseren Vermittlungsfachkräften in ein Fachgeschäft für Tiernahrung vermittelt werden.

Von den insgesamt 75 Betroffenen sind bis dato 44 nicht mehr arbeitslos, manche aus persönlichen Gründen, weil sie Nachwuchs bekommen haben oder in Rente gegangen sind. 16 befinden sich gerade in verschiedenen Qualifizierungslehrgängen. Sie suchen alsoweiterhin eine neue Arbeitsstelle, auch in Alternativen außerhalb des Einzelhandels. Entsprechende Vermittlungsvorschläge werden laufend erteilt. "Ich will aber nicht verhehlen, dass eine Vermittlung bei denjenigen, bei denen mehrere Hemmnisse zusammenkommen, nicht einfach ist. So zum Beispiel, wenn kein Führerschein und auch kein Auto vorhanden ist und die öffentlichen Verkehrsmittel ebenfalls nur zu bestimmten Zeiten verkehren", so Harals Neubauer abschließend. 

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Rosenheim

Rubriklistenbild: © dpa

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