Trotz vieler offener Stellen

Saisonaler Anstieg der Arbeitslosenzahlen

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Landkreis - Keine wirkliche Winterpause auf dem Arbeitsmarkt: Die Arbeitgeber melden viele offenen Stellen. Das ist die Situation auf dem heimischen Arbeitsmarkt:

"Die Zahl der Arbeitslosen ist im Januar wie erwartet angestiegen, gleichzeitig melden die Betriebe laufend ihre offenen Arbeitsstellen, die meisten sind/wären für sofort zu besetzen. Der Winter hat zwar mittlerweile eingesetzt, aber die Temperaturen sind mild, sodass der eine oder andere "Saison-Betrieb" schon wieder die Arbeit aufgenommen, oder gar nicht pausiert hat. Die ausgesprochen positive Stellenbilanz schreiben wir daher nicht nur der guten Auftragslage der Betreibe zu, sondern auch der Witterung. Es ist trotzdem so, dass sich im Dezember viele Erwerbstätige aus witterungsabhängigen Berufen melden, weil sie schon die Kündigung für die Zeit nach Weihnachten erhalten hatten (Betrachtungszeitraum: 11.12.2015 bis 14.01.2016). Arbeitgeber verlieren in der Winterpause nicht gerne ihre guten, angestammten Mitarbeiter und stellen ihnen daher zum Großteil eine Wiedereinstellungszusage aus. So hat sich die Zahl der Arbeitslosen von Dezember auf Januar doch relativ deutlich um über 20 Prozent von 8180 auf 9860 erhöht", so die Rosenheimer Agenturchefin, Dr. Nicole Cujai.

Quote bei Männern höher

Im Januar ist die Arbeitslosenquote saisonal bedingt bei den Männern höher als bei den Frauen, da in den typischen Bau- und Außenberufen überwiegend Männer arbeiten Die Arbeitslosenquote der Männer hat sich von 3,0 Prozent im Dezember auf nunmehr 4,0 Prozent erhöht (Zahl der arbeitslosen Männer insgesamt: 5 800), bei den Frauen dagegen ist die Arbeitslosenquote nur um 0,2 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent angestiegen (Zahl der arbeitslosen Frauen insgesamt: 4 060). Die Arbeitslosenquote der Ausländer - erfasst wird hier lediglich, ob jemand die deutsche oder eine andere Staatsangehörigkeit besitzt -  hat sich Monat für Monat erhöht und liegt jetzt im Januar bei 8,8 Prozent (Zahl der arbeitslosen Ausländer insgesamt: 2 540). Dr. Cujai dazu: "Es melden sich zwar langsam mehr Menschen mit Fluchthintergrund arbeitslos bei den Jobcentern, sobald sie ihre Anerkennung bekommen haben. Bei der Zahl von 2 540 gemeldeten, erwerbslosen Ausländern spielen sie aber nach wie vor eine untergeordnete Rolle." Insgesamt ist die Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent im Dezember auf jetzt 3,4 Prozent angestiegen. Sie ist damit so niedrig wie noch nie in einem Monat Dezember.

Rekord im Monat Dezember

Vom 11. Dezember bis 14. Januar haben die Arbeitsvermittler/innen insgesamt 870 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen entgegengenommen. Zur Monatsmitte gab es noch sehr viele offene Stellen im Bestand, das heißt im Fachverfahren der Arbeitsvermittlung und viele davon auch in der Jobbörse der Agentur für Arbeit. 3450 zu besetzende Arbeitsangebote bedeuten einen Rekord für einen Monat Dezember, lediglich Anfang der 90er Jahre waren die Zahlen ähnlich positiv. Sehr gute Beschäftigungschancen – 980 freie Arbeitsstellen – gibt es für Fachkräfte in der Berufssparte Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung. Darunter fallen Jobs in der Kunststoff- und Holzverarbeitung, im gesamten Metallbereich, im Maschinenbau, in der Kfz-Technik, in der Energie- und Elektrotechnik sowie in der gesamten Lebensmittelherstellung und -verarbeitung (auch als Koch oder Köchin). Außergewöhnlich viele Stellen für diese Jahreszeit liegen jetzt schon vor für alle Berufe rund um den Bau vor (350 stellen bedeuten ein Plus von fast 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Auch für Berufe, die etwas mit Verkehr (gelernte KFZ-Mechatroniker), Logistik, Schutz und Sicherheit zu tun haben, sind die Stellenmeldungen mit 420 ebenfalls hoch. Ebenso angestiegen sind die Stellenmeldungen rund um das Gesundheits- und Sozialwesen, einschließlich Lehre und Erziehung (710). Ein Teil dieser Stellen hängt mit der Zuwanderung von Menschen mit Fluchthintergrund zusammen, denn gesucht werden Mitarbeiter für Sicherheitsdienste, Lehrer, insbesondere für Deutsch als Fremdsprache, und Sozialpädagogen. Außerdem gibt es gute Beschäftigungschancen im Handel und der Gastronomie-/Tourismusbranche (510 offene Stellen). Die meisten Stellenangebote sind unbefristet, lediglich 400 werden von vorneherein als befristet angegeben. Gesucht werden in erster Linie Fachkräfte, die aber in vielen Bereichen nur noch schwer zu finden sind. "Wir werden auch im Jahr 2016 wieder in die berufliche Qualifizierung investieren, Gelder dafür stehen in ähnlichem Umfang wie im vergangenen Jahr zur Verfügung", so Dr. Cujai.

Der Arbeitsmarkt In den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent. Derzeit sind 1 876 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 181 auf 798. Für 1 078 arbeitslose SGB II-Kunden, 52 mehr als im Dezember, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 424 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 846 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Der Landkreis Rosenheim hat aktuell mit 3,0 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk. Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt bei 4 065. Hier sind 2 658 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 699 mehr als im Vormonat. Darüber hinaus kümmert sich das Jobcenter Landkreis Rosenheim um 1 407 arbeitslose SGB II-Kunden, 17 mehr als im Dezember. Insgesamt betreut das Jobcenter 3 214 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2 586 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Rosenheim

Rubriklistenbild: © dpa

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