Rubel trotz Zinserhöhung im freien Fall

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Der Rubel fällt und fällt: Ausländische Währungen werden für die Russen immer teurer. Foto: Sergei Chirikov

Moskau (dpa) - Auch die jüngste Anhebung des Leitzinses in Russland kann den Rubelverfall nicht stoppen. Am Freitag ging es für russische Währung zunächst weiter bergab.

Der Dollar wird für die Russen immer teurer, zuletzt mussten für einen Dollar bis zu 57,9 Rubel hingelegt werden, ein neues Rekordhoch. Auch der Euro kostet in Rubel gerechnet immer mehr. Im Tagesverlauf stieg er um vier Prozent auf 71,9 Rubel - ebenfalls ein Rekordstand.

Am Donnerstag hatte sich die russische Notenbank mit einer Leitzinserhöhung um einen ganzen Prozentpunkt auf 10,5 Prozent gegen die hohe Inflation und den Rubelverfall gestemmt.

Die Notenbank ist in der Zwickmühle: Erhöht sie die Zinsen weiter, um den Rubel für Anleger attraktiver zu machen, werden Investitionen und Konsum zusätzlich gebremst. Hält sie still, droht der Rubel weiter abzuwerten und die Inflation zu steigen. Dollarverkäufe zur Stützung des Rubel sind bislang ohne anhaltende Wirkung geblieben.

Vor allem die Sanktionen des Westens und der Verfall der Preise für Rohöl - Russlands wichtigstes Exportgut - lasten auf der Wirtschaft Russlands. Kritiker bemängeln zudem, das Land habe es versäumt, die Infrastruktur seiner Ölindustrie wie auch sein Wirtschaftsmodell zu erneuern. Preissteigerungen von mehr als neun Prozent treffen vor allem die Bevölkerung. Angefacht wird die Inflation durch den schwachen Rubel, der Einfuhren verteuert.

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