Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Windkraftwerksbauer

Senvion wird zerlegt - Fertigung in Bremerhaven vor dem Ende

Senvion hatte im April Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Foto: Carsten Rehder
+
Senvion hatte im April Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Foto: Carsten Rehder

Nach monatelanger Zitterpartie ist endgültig klar, dass der Windanlagenbauer Senvion sein Insolvenzverfahren nur stark geschrumpft überstehen wird. Wichtige Entscheidungen sind immer noch nicht getroffen.

Hamburg (dpa) - Der insolvente Windkraftwerksbauer Senvion wird aufgeteilt und muss Teile seines Geschäftsbetriebs stilllegen.

Insbesondere für die Turbinenfertigung in Bremerhaven mit 200 Mitarbeitern sehen die Perspektiven sehr schlecht aus, wie die Geschäftsleitung bei Betriebsversammlungen an den Senvion-Standorten am Mittwoch mitteilte.

«Für den Turbinenbereich sind trotz intensiver und weltweiter Suche keine Angebote für den gesamten Bereich eingegangen», heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Gegenwärtig könne der Bereich noch einige Projekte abarbeiten, die der Belegschaft bis Ende des Jahres Beschäftigung geben, teils auch etwas länger. Die Gehaltszahlungen für September und bis zum Abschluss des Verkaufsprozesses seien für die gesamte Belegschaft des Unternehmens gesichert. Ebenfalls im September werden jedoch die ersten Kündigungen ausgesprochen, die zum Jahresende wirksam werden.

Interessenten gebe es für den Service-Bereich ebenso wie für einzelne Ländergesellschaften, etwas in Portugal und Indien. Über die Angebote werde die Gläubigerversammlung am 10. September beraten. Für die betroffenen Arbeitnehmer werden Sozialpläne ausgehandelt und eine Transfergesellschaft eingerichtet. Noch immer bleibt unklar, wie viele der rund 1800 Arbeitnehmer in Deutschland ihren Arbeitsplatz verlieren werden. «Wir stehen nun kurz vor einer Lösung für wesentliche Kernbereiche des Unternehmens», sagte Senvion-Vorstandschef Yves Rannou.

Für die IG Metall Küste hat sich damit die Lage weiter zugespitzt. «Der Verkauf des Unternehmens als Ganzes ist gescheitert»», sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken. «Dadurch drohen hunderte Entlassungen und die Schließung von Standorten.» Nun gehe es darum, möglichst viele Arbeitsplätze sowie tarifliche Arbeitsbedingungen bei einem Verkauf des Service-Geschäfts zu sichern. Dazu erwarte die Gewerkschaft konkrete Vereinbarungen mit der Insolvenzverwaltung sowie Zusagen von möglichen Erwerbern.

«Das ist für die Standorte in Schleswig-Holstein schon durchaus eine bittere Pille», sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP). Es bedeute einen nicht unerheblichen Arbeitsplatzverlust, wenn insbesondere das Turbinengeschäft in Osterrönfeld so nicht weitergeführt werden könne, weil sich kein Investor finde. «Darauf haben wir uns aber gemeinsam mit der Arbeitsagentur eingerichtet.» Er wolle gemeinsam mit der Geschäftsführung, den Unternehmensverbänden und der IG Metall dazu beitragen, dass so viele Arbeitsplätze mit hoch qualifizierten Fachleuten wie möglich im Land gehalten werden können, sagte Buchholz.

Senvion hatte im April Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Das Geschäft ist derzeit für die gesamte Windkraftbranche schwierig. In Deutschland sind im ersten Halbjahr 2019 kaum neue Anlagen an Land gebaut worden. Weltweit ist der Konkurrenzkampf hart und für kleinere Hersteller ohne Großkonzern im Hintergrund schwer zu gewinnen. Senvion hat das Indiengeschäft bereits in eine eigene operative Gesellschaft ausgegliedert.

Mitteilung Senvion

Mitteilung IG Metall Küste

Kommentare