Siemens gibt SIS an Atos Origin ab - Jobabbau

München - Der Elektrokonzern Siemens gibt seinen kriselnden IT-Dienstleister SIS überraschend an das französische Unternehmen Atos Origin ab. Mit dem Verkauf solle ein neuer “europäischer IT-Champion“ entstehen.

Der Münchner Siemens-Konzern verkauft seine Problemsparte Siemens IT Solutions and Services (SIS) für rund 850 Millionen Euro an den französischen Konzern Atos Origin. Mit dem Verkauf solle ein neuer “europäischer IT-Champion“ entstehen, teilte Siemens am Dienstagabend mit.

Mit dem Verkauf ist auch ein erneuter Stellenabbau bei SIS verbunden, für den der DAX-Konzern mit Kosten von bis zu 250 Millionen Euro rechnet. Rund 1.750 Arbeitsplätze sollen weltweit wegfallen, davon 650 in Deutschland. SIS wurde von Siemens bereits einer harten Restrukturierung unterzogen, zu der ein weltweiter Abbau von 4.200 Stellen gehörte. Vom erneuten Stellenabbau seien vor allem Stellen in Verwaltungs- und Zentralfunktionen betroffen, hieß es. Den Mitarbeitern sollen Weiterbildungsmaßnahmen angeboten werden.

Siemens kämpft 2010 mit 537 Millionen Euro Verlust

Mit der Transaktion, die Anfang Juli kommenden Jahres abgeschlossen werden soll, übernimmt Siemens an Atos Origin einen Anteil von 15 Prozent, der mindestens über fünf Jahre gehalten wird. Bezahlt wird Siemens von Atos Origin mit 186 Millionen Euro in bar, zusätzlich erhalten die Münchner 12,5 Millionen neue Aktien von Atos Origin, die derzeit einen Wert von 414 Millionen Euro haben. Zudem erhält der DAX-Konzern eine fünf Jahre laufende Wandelanleihe über 250 Millionen Euro. Trotzdem rechnet der Technologiekonzern mit einer “deutlich negativen Ergebniswirkung“ der Transaktion im Geschäftsjahr 2010/11. Die Münchner und die Franzosen binden sich zudem mit einem langfristigen Vertrag aneinander. Atos Origin soll sieben Jahre lang für Siemens IT-Aufgaben übernehmen und erhält dafür rund 5,5 Milliarden Euro.

Durch die Transaktion entsteht den Angaben zufolge ein IT-Dienstleister mit einem pro forma Gesamtumsatz von rund 8,7 Milliarden Euro und 78.500 Mitarbeitern weltweit. Bis zum Jahr 2013 soll der Umsatz auf 9 bis 10 Milliarden Euro wachsen und die Ergebnismarge auf 7 bis 8 Prozent steigen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Siemens mit der IT-Sparte noch einen Verlust von 537 Millionen Euro eingefahren, im seit Oktober laufenden Geschäftsjahr sollte sich das Ergebnis nun deutlich verbessern.

dapd/dpa

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