Matratzen, Staubsauger, Kaffee und Co.

Stiftung Warentest: Das sind die Testsieger der wichtigsten Verbraucher-Kategorien

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Seit über 50 Jahren testet Stiftung Warentest Produkte und Dienstleistungen im Auftrag der Regierung und im Namen der Verbraucher

Berlin - Die Stiftung Warentest bewertet verschiedene Waren und Dienstleister in staatlichem Auftrag. Das ZDF erklärte nun das Testverfahren und zeigte die wichtigsten Testsieger für Verbraucher.

Im Jahr 1964 beschloss die Bundesregierung die Gründung einer Verbraucherorganisation, die, im Auftrag des Staates und finanziert durch Steuermittel verschiedenste Waren und Dienstleistungen testet, um Verbrauchern zu zeigen, welche Qualität bei einem Produkt vorliegt. Die Bewertungen werden nach Noten eingeteilt und reichen von „Sehr gut“ bis „Mangelhaft“. Seit der Gründung wurden bereits über 95.000 Produkte getestet. Die Ergebnisse sind hierbei von den Unternehmen gefürchtet - aber auch erwünscht. Bei einem positiven Testergebnis müssen die Unternehmen dafür zahlen, damit werben zu dürfen.

In der ZDF-Sendung Der große Warentest wurden nun die für Verbraucher besonders wichtigen Produkte inklusive jeweiliger Testsieger und -verlierer vorgestellt und erklärt, wie die jeweiligen Testverfahren dazu ablaufen. 

1. Der Matratzen-Test

AufPlatz 1 der Verbraucheranfragen bei Stiftung Warentest liegt die Matratze. Die Stiftung Warentest untersuchte 252 verschiedene Matratzenmodelle. Von billig bis teuer, von Fachhandel, bis Online-Handel, alles war dabei. Für die Bewertung wurden die Exemplare zunächst im Labor genauestens vermessen. Wenn sich Höhe, Härte und Federeigenschaften durch die Tests nicht veränderten, wurde dies positiv gewertet. Auch der Einfluss auf die Wirbelsäule wurde realistisch simuliert. Experimente ergaben, dass sich Verbraucher häufig von Markennamen und Preisschildern beeinflussen lassen und teure Dinge häufig automatisch besser bewerten. Auch von seriös wirkenden Verkäufern lassen sie sich beeindrucken, und kaufen ihnen beispielsweise zusätzlich einen teuren Lattenrost ab, obwohl es als erwiesen gilt, das einfache, harte Holzplatten den gleichen Zweck erfüllen. So sind die unabhängigen Tests der Stiftung oftmals die einzige Möglichkeit für unbekannte Anbieter, auch ihre Produkte hervorheben zu können. Der Gewinner im Matratzen-Test war eine sehr günstige Matratze für 199 Euro der Marke Bodyguard aus dem Online-Handel. Das Testergebnis lag bei einer Bewertung von 1,8 was dem Urteil „Gut“ entspricht.

2. Der Staubsauger-Test

Auch bei Staubsaugern sind Verbraucher oftmals überfragt, für welches Model sie sich entscheiden sollen und ob dieses für die heimische Bodenbeschaffenheit geeignet ist. Die Stiftung testete insgesamt 14 verschiedene Staubsaugermodelle. Da als Bedingung eine Garantie von 10 Jahren vorgegeben ist, müssen die Geräte beim Test einem Dauerbetrieb von 600 Stunden standhalten. Auch das häufige Herausziehen des Stromkabels wird simuliert, ebenso werden die Elastizität der Rohre und die Rollenfunktion überprüft. Letztendlich muss natürlich noch ermittelt werden, welches Gerät die beste Saugleistung erbringt und wie viel Staub tatsächlich aufgenommen wird. Abwertungen erhalten die Geräte, die der Feinstaubkontrolle nicht standhalten oder von den Testern als „schwer bedienbar“ eingestuft werden. Unter den Beutelstaubsaugern konnte sich letztendlich mit der Bewertung „Gut“ (1,8) das Modell Siemens Z7.0 VSZ7330 für 190 Euro durchsetzen. Das schlechteste Ergebnis erzielte der Clatronic BS für 62 Euro. Er kam nur auf ein ausreichendes Ergebnis von 4,5. Bei den beutellosen Staubsaugern hatte das Modell Bosch Relaxx‘x BGS5331 für etwa 280 Euro die Nase vorne, mit einem ebenfalls guten Testergebnis (1,9). Der Severin S‘special MY7118 wurde aufgrund von Schadstoffen nur mit mangelhaft (4,6) bewertet. Die Kosten des Staubsaugers liegen laut Hersteller dennoch bei 240 Euro.

3. Der Waschmittel-Test

Der Waschmitteltest der Stiftung Warentest teilt sich in zwei Teile. Zum Einen werden verschiedene Flecken in den gleichen Maschinen mit den verschiedenen Waschmitteln gewaschen und die Schmutz-Lösung der Flecken bewertet. Zum Zweiten werden die 24 Test-Waschmittel auch über einen Zeitraum von 15 Wochen direkt von Verbrauchern getestet. Die gewaschene Wäsche wird anschließend im Labor untersucht. Den ersten Platz teilen sich in diesem Fall gleich fünf der Kompaktwaschmittel mit einer jeweils guten Bewertung von 2,2. Das Tandil Ultra Color von Aldi Süd für 12 Cent pro Waschgang, das Unamat Ultra-Plus Color von Aldi Nord für 12 Cent pro Waschgang, dasFormil Ultra Plus Color von LIDL für 12 Cent pro Waschgang, das Ariel Actilift Compact Color für 26 Cent pro Waschgang und schließlich noch das mit
Abstand teuerste Produkt Persil Color Megaperls für 30 Cent pro Waschgang. Das schlechteste Ergebnis von 5,0 erzielte dasLenor Colorwaschmittel Blütenbouqet für 18 Cent pro Waschgang. 

Überraschend dagegen das Ergebnis in den Großpackungen: Das zuvor für gut befundene Ariel schneidet hier, trotz Ersparnis mit nun durchschnittlich 22 Cent pro Waschgang, plötzlich nur mangelhaft mit 4,7 ab. Die Enzyme und Enthärterstoffe sind in der Großpackung nicht so stark und intensiv. Somit sind bis zu 50% der Substanzen in der Großpackung überhaupt nicht wasch-wirksam. Testsieger bei den Großpackungen hingegen ist das Formil Color von LIDL für etwa 10 Cent pro Waschgang und einer Bewertung von 2,4.

4. Der Waschmaschinen-Test

Wenn man das perfekte Waschmittel gefunden hat, braucht man nun natürlich auch die passende Waschmaschine. Im Test befanden sich 13 Modelle, von sehr günstig bis sehr teuer. Die Waschmaschinen müssen hierbei für einen genauen Vergleich über die selben Funktionen verfügen. Den ersten Platz mit einer Bewertung von 1,6 teilen sich auch diesmal mehrere Produkte. Die Miele WMF111 WPS für 1220 Euro, die Bosch WAW32541 für 635 Euro und die Siemens WM16W541 für 730 Euro. Da das Siemens-Modell allerdings baugleich zu dem Bosch-Modell ist, können die Verbraucher hier guten Gewissens die günstigste Maschine kaufen. Mit einer Bewertung von 4,0 landet die Otto/Hanseatic HWM716A3 für 330 Euro auf dem letzten Platz. Die Stiftung warnt davor, sich davon blenden zu lassen, wie viel Strom und Wasser eine neue Maschine laut Hersteller sparen kann. Bis ein neues Modell die Leistung eines altes Modells soweit übersteigt, dass sich ein Neukauf lohnt, vergehen meist mehrere Jahre. Tatsächlich Geld sparen kann man allerdings unter der ständigen Verwendung des Öko-Waschgangs. Dafür muss man jedoch pro Waschgang deutlich mehr Zeit einplanen.

5. Der Kaffeemaschinen-Test

Durchschnittlich 150 Liter Kaffee trinken die Deutschen jährlich pro Person. Stiftung Warentest hat zehn Kaffee-Vollautmaten, mit und ohne Milchschaum-Automatik, getestet.  Dabei wird auf jedes Detail geachtet, Kaffeebohnen ebenfalls deutlich variiert. Abschließend wird der gebrühte Kaffee auf Schadstoffe untersucht, die sich eventuell aus den Maschinen gelöst haben und die Tester überprüfen, ob die Maschine einfach bedienbar und gut zu reinigen ist. Testsieger im Kaffeemaschinen-Test ist der Kaffee-Vollautomat E8 Platin von Jurafür 970 Euro mit einem Testergebnis von 1,9. Gleichauf liegt derCaffeo Varianza CSP von Melitta für 625 Euro. Das schlechteste Testergebnis war in diesem Fall immer noch gut.Die HD8832/01 3100Series von Phillips für 375 Euro kommt immerhin noch auf eine Bewertung von 2,4.

6. Der Kaffeebohnen-Test mit ganzen Bohnen

Natürlich spielt auch der Kaffee an sich eine bedeutende Rolle. Auch hier wurde durch Experimente festgestellt, dass die Verbraucher sich von Markennamen beeinflussen lassen. Bei einer Kaffee-Verköstigung mit immer dem selben Kaffee aus immer anders gekennzeichneten Tassen behaupteten die Tester tatsächlich, auch immer einen anderen Geschmack wahrzunehmen. Preise, Markennamen und Vorstellungen haben also auch hier, wie schon beim Matratzen-Test, einen größeren Einfluss auf die Kaffee-Auswahl, als der eigentliche Geschmack. Beim Kaffeebohnen-Test mit ganzen Bohnen siegte der Espresso Cremoso von Lavazza für 12,60 Euro pro Kilo und einer Bewertung von 2,1. Den Caffe Espresso von Tizio bei Aldi Süd gibt es bei einem ähnlichen Ergebnis von 2,2 schon ab 7,80 Euro. Am schlechtesten mit 3,3 schnitten die Kaffeebohnen von Starbucks Espresso Roast mit einem Preis von 22 Euro pro Kilo ab.

Letztlich ist es den Verbrauchern selbst überlassen, für welches Produkt sie sich entscheiden. Die neutralen Testergebnisse von Stiftung Warentest aber können eine positive Tendenz liefern, welche Produkte die Bedürfnisse den Verbraucher letztendlich auch zufrieden stellen können.

kah

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