Jetzt auch Europa

Staatsanwaltschaft weitet Audi-Ermittlungen aus

+
Das Audi-Werk in Ingolstadt

Für Audi könnte es ungemütlich werden: Die Staatsanwaltschaft München ermittelt jetzt auch wegen Abgas-Tricksereien in Deutschland und Europa.

München - Die Münchner Staatsanwaltschaft weitet ihre Betrugs-Ermittlungen gegen Audi in der Diesel-Affäre nach den neuen Vorwürfen aus. Dabei geht es nun auch um Fahrzeugverkäufe in Deutschland und Europa, nicht nur wie bisher in den USA. „Wir haben das jetzt erweitert“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München II am Freitag.

Mitte März hatte die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung eingeleitet. Dabei ging es um Abgas-Manipulationen in den USA.

Ende der Ermittlungen nicht absehbar

Das Verfahren läuft weiter gegen Unbekannt, wie der Ermittler weiter sagte. Konkrete Beschuldigte im aktiven oder ehemaligen Audi-Management gibt es nicht. Ein Ende der Ermittlungen sei bisher nicht absehbar.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte am Vortag bekannt gegeben, dass Audi eine „unzulässige Abgas-Software“ den Modellen Audi A8 und A7 mit V6- und V8-Dieselmotoren verwendet habe. VW und Audi haben bisher den Standpunkt vertreten, die Abschaltsoftware sei in Europa nicht illegal gewesen.

Rund 14.000 Autos in Deutschland betroffen

Audi will mit dem Rückruf der rund 24.000 betroffenen Fahrzeuge voraussichtlich im Juli beginnen, wie das Unternehmen am Vortag erklärt hatte. 14.000 dieser Autos sind in Deutschland zugelassen, der Rest in anderen europäischen Ländern. Bis zum 12. Juni sollen Lösungsvorschläge zur Umrüstung übermittelt werden. Der Bund will nun weitere Fahrzeuge des VW-Konzerns mit ähnlichen Motoren untersuchen lassen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) kommentierte die Ausweitung des Abgas-Skandals mit den Worten: „Ich erwarte von allen Autoherstellern, dass sie sich endlich ehrlich machen.“ Die deutschen Hersteller sollten ihre technologische Kompetenz in die Entwicklung von umweltfreundlicheren Fahrzeugen stecken und nicht „auf Tricksereien richten“. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter forderte, der Dieselskandal müsse lückenlos und konsequent aufgearbeitet werden.

Der Abgas-Skandal in Deutschland: Das müssen Audifahrer jetzt wissen.

dpa

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser