Staatspleite in Athen würde Deutschland richtig Geld kosten

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Eine Staatspleite des Eurolandes Griechenland käme auch Deutschland teuer zu stehen. Foto: Julian Stratenschulte

Brüssel - Ein weiterer Schuldenschnitt oder eine Pleite Griechenlands würde Deutschlands Staatskasse belasten - bei einer Umschuldung später, bei einer einseitigen Zahlungsverweigerung Athens unmittelbar.

Das Risiko Deutschlands beläuft sich wohl auf bis zu 80 Milliarden Euro, der Bund der Steuerzahler geht von rund 70 Milliarden Euro aus. Wieviel verloren ginge, kann bislang niemand genau sagen.

Genauso wenig sind die Folgekosten abzuschätzen. Würde Athen eine Senkung seiner Schuldenquote von derzeit rund 175 auf 90 Prozent der Wirtschaftsleistung aushandeln, könnte dies Deutschland etwa 40 Milliarden Euro kosten.

Die Forderungen der staatlichen Förderbank KfW belaufen sich auf 15,17 Milliarden Euro. Aus dem Rettungsfonds EFSF wurden Griechenland 144,6 Milliarden zugesagt, wovon bis Ende November 141,9 Milliarden an Kredithilfen ausgezahlt wurden. Bei einem Ausfall kämen Gewährleistungen zum Tragen.

Wie hoch der Anteil Deutschlands ist, kann aktuell nicht beziffert werden. Zudem hat die Europäische Zentralbank griechische Staatsanleihen erworben. Viele Papiere hat Athen zurückgezahlt. Für den Rest von schätzungsweise mehr als 20 Milliarden Euro müsste - würden sie nicht bedient - Deutschland anteilig (wohl 28 Prozent) einspringen.

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