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E-Bilanz: IHK fordert Vereinfachungen

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Die Sitzung des IHK-Gremiums Rosenheim bei der Marc O’Polo AG in Stephanskirchen.

Stephanskirchen - Die von der Bundesregierung geplante E-Bilanz stößt in der regionalen Wirtschaft auf Gegenwind. Das wurde jetzt bei der Sitzung des IHK-Gremiums Rosenheim deutlich.

Die Unternehmen kritisierten bei der jüngsten Sitzung des IHK-Gremiums Rosenheim den großen bürokratischen Aufwand und forderten Vereinfachungen. Das gastgebende Unternehmen, die Marc O’Polo AG in Stephanskirchen, berichtete über seine Bemühungen, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein.

Beim Thema E-Bilanz wurde deutlich, dass bei den Betrieben noch ein großer Aufklärungsbedarf besteht und für viele die Umstellung, die im Jahr 2014 für den Jahresabschluss 2013 erfolgen muss, einen großen Aufwand bedeutet. Markus Uzicanin, Partner der Pape & Co. GmbH Steuerberatungsgesellschaft in Traunstein, erläuterte die Folgen für die Unternehmen. Neben den notwendigen Anpassungen im Rechnungswesen und der Finanzbuchhaltung sei auch zu erwarten, dass die Finanzbehörden die elektronischen Daten langfristig für Branchenvergleiche und ein „Steuer-Rating“ verwenden werden. Dies werde im Endeffekt auf einen Zustand der „permanenten Betriebsprüfung“ hinauslaufen, so Uzicanin. Viele Gremiumsmitglieder kritisierten den hohen bürokratischen Aufwand der E-Bilanz, bei der die Unternehmen 56 Datenfelder zu Stammdaten und mehr als 500 Datenfelder mit Finanzdaten übermitteln müssen. Diese Datenfelder stimmen oft nicht mit den Posten der bisherigen Steuererklärung überein, so dass aufwändige Überführungen notwendig sind. Die Gremiumsmitglieder forderten vereinfachte Regelungen für den Mittelstand und eine weite Auslegung der vorgesehenen Härtefallregelung.

Zuvor hatte Alexander Gedat, CEO der Marc O’Polo AG, durch den gastgebenden Betrieb geführt. Das ursprünglich schwedische Modeunternehmen hat seit 1997 seinen Hauptsitz in Stephanskirchen. Mittlerweile beschäftigt der Betrieb am Standort 600 Mitarbeiter. Der Umsatz stieg in den vergangenen Jahren kräftig und liegt nun jährlich bei 400 Millionen Euro. Gedat führte die Gremiumsmitglieder durch die Musterproduktion und das Logistikzentrum. Danach erklärte Marc O’Polo-Vorstand Jürgen Hahn, wie das Unternehmen versucht, seine Mitarbeiter zu binden und ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. So setze Marc O’Polo stark auf eigene Ausbildung und denke momentan intensiv über die Gründung einer Betriebs-Kita nach. Besonders groß sei der Mangel an Fachkräften im IT-Bereich und bei Textiltechnikern. Stellenweise müssten deswegen geplante Projekte verschoben werden, so Hahn. Mit regelmäßigen Mitarbeiterbefragungen bleibt Marc O’Polo am Puls seiner Belegschaft. Ergebnis der letzten Runde: Das Unternehmen nutzt nun betriebsintern die Mitfahrzentrale flinc, um vor allem den Mitarbeitern aus München das Pendeln zu erleichtern. Außerdem legt die Firma jetzt noch mehr Wert auf das Gesundheitsmanagement. Neben kostenlosem Obst für alle und geförderten Mitarbeiter-Lauftreffs gibt es regelmäßige Gesundheits-Checks für Führungskräfte.

Mehr Informationen zur E-Bilanz finden Sie hier

Pressemitteilung IHK

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