Rekord

Steuerflucht:  Selbstanzeigen verdreifacht

Berlin - Die Zahl der Selbstanzeigen wegen Steuerdelikten hat sich laut einem Pressebericht seit vergangenem Jahr verdreifacht.

Bundesweit seien in diesem Jahr bereits mehr als 24.000 Selbstanzeigen eingegangen, berichtete die Zeitung "Welt am Sonntag" unter Berufung auf die 16 Finanzministerien der Bundesländer. Dies sei dreimal so viele wie noch im Vorjahr. Insgesamt liegt die Zahl der Selbstanzeigen demnach in diesem Jahr bei 24.083. Im Vorjahr hatten sich noch rund 8.100 Steuersünder selbst angezeigt.

Dem Bericht zufolge nahm zum Ende dieses Jahres die Zahl der Selbstanzeigen deutlich zu: Allein zwischen Anfang November und Anfang Dezember gingen demnach rund 4000 ein. In elf von 16 Bundesländern erreichte die Zahl der Selbstanzeigen auch ohne den gesamten Dezember neue Rekordstände. Die meisten Selbstanzeigen gab es demnach mit rund 6200 in Baden-Württemberg, in NRW waren es rund 4200 und in Bayern 3600. Die wenigsten Selbstanzeigen gab es mit 21 in Mecklenburg-Vorpommern.

Goldman-Sachs-Chef verwechselt Rubel mit Dollar

Unterdessen wies Goldman Sachs einen Bericht der "Bild am Sonntag" ("BamS") zurück, wonach auch der Deutschland-Chef der Investmentbank, Alexander Dibelius, beim Finanzamt München Selbstanzeige erstattet habe. "Eine Selbstanzeige, wie 'BamS' berichtet, hat es nicht gegeben", erklärte Rechtsanwalt Peter Neumann am Sonntag. Es handele sich um einen "Umrechnungsfehler". "Wir haben das Finanzamt auf das Versehen hingewiesen, mit der Bitte, den Umrechnungsfehler bei der nächsten erforderlichen Änderung zu berücksichtigen", erklärte Neumann.

Dem Zeitungsbericht zufolge geht es um falsche Angaben zu Dibelius' Einkünften aus dem Russland-Geschäft der Investmentbank, für das er zuständig ist. Seine Anwältin sagte dem Blatt, er werde rund tausend Euro an den deutschen Staat nachzahlen müssen. Die eigentliche Versteuerung sei bereits in Russland erfolgt.

Laut dem Bericht hatte Dibelius neben einem zweistelligen Millionengehalt von Goldman Sachs in seiner Steuererklärung für das Jahr 2011 ein zusätzliches Einkommen in Höhe von umgerechnet knapp 19.000 Euro angegeben. Tatsächlich habe er jedoch aus Moskau umgerechnet mehr als eine halbe Million Euro erhalten. Seine Anwältin sagte der "Bild am Sonntag" zur Begründung für die falsche Steuererklärung, sein Steuerberater habe russische Rubel mit US-Dollar verwechselt.

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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